Nationalelf: Was dahintersteckt! DFB spendet eine Million für Klopp - BILD
Klopp übernimmt Nationalmannschaft
Jürgen Klopp (59) wird voraussichtlich am Freitag als neuer Bundestrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt vorgestellt. Er soll die Nachfolge von Julian Nagelsmann (39) antreten und einen Vertrag erhalten, der bis zur Weltmeisterschaft 2030 gültig ist. Die offizielle Bestätigung steht noch aus, da der Aufsichtsrat und die Gesellschafter der DFB GmbH und Co. KG die Entscheidung am Freitagmorgen in einer digitalen Schalte absegnen müssen. Die Zustimmung gilt jedoch als Formalie.
Die Ernennung von Klopp zum Bundestrainer war die Wunschlösung des DFB, nachdem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Fußball-WM im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ausgeschieden war und Nagelsmann zurückgetreten war. Der DFB lud kurzfristig zu einer Pressekonferenz am Freitagmorgen um 11 Uhr ein, um die Personalie bekannt zu geben.
Neben Klopp werden auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Vize-Präsident Hans-Joachim Watzke und DFB-Pressesprecherin Franziska Wülle auf dem Podium in der Verbandszentrale in Frankfurt/M. erwartet. Es ist noch offen, ob der DFB bei dieser Gelegenheit auch einen neuen Geschäftsführer benennen wird. Als Favorit für diesen Posten gilt Ex-Weltmeister Per Mertesacker.
Freigabe von Red Bull und DFB-Spende
Die Freigabe von Klopps bisherigem Arbeitgeber Red Bull macht den neuen Job möglich. Klopp hatte beim Getränke-Riesen noch einen Vertrag als globaler Fußball-Chef bis 2029, der keine Ausstiegsklausel enthielt. Red-Bull-Sport-Boss Oliver Mintzlaff (50) hat seinen Angestellten für die wichtigste Mannschaft in Deutschland freigegeben.
Am vergangenen Montag, einen Tag nach dem WM-Finale, trafen sich Mintzlaff und Klopp zu einem finalen Gespräch in New York. Auch Sales & Marketing-Geschäftsführer Franz Watzlawick war bei diesem Treffen anwesend. Alle Seiten gehen nach anderthalb Jahren im Guten auseinander.
Eine Ablösesumme wird für Klopps Wechsel nicht fällig. Stattdessen wird der DFB als Kompensation eine Spende an die Red-Bull-Stiftung „Wings for Life“ leisten. Diese Stiftung setzt sich für die medizinische Rückenmarksforschung ein. Nach Informationen beträgt die Höhe der Spende eine Million Euro. Klopp ist ein Unterstützer der Stiftung und hat in den letzten beiden Jahren selbst am weltweiten „Wings for Life“-Run teilgenommen, bei dem 100 Prozent aller Spenden direkt in die Forschung fließen.
Klopps Trainerstab und erste Aufgaben
Klopp wird beim DFB lediglich seinen langjährigen Wegbegleiter Peter „Piet“ Krawietz (54) als Co-Trainer mitnehmen. Krawietz war bereits in Klopps Trainerteams tätig. Zum Trainerstab sollen außerdem Pepijn Lijnders (43), mit dem Klopp in Liverpool zusammenarbeitete, und der ehemalige BVB-Profi Sven Bender (37) gehören. Bender, dessen Spitzname „Manni“ ist, hatte seinen Vertrag als Trainer beim Regionalligisten SpVgg Unterhaching Anfang Juli nach zwei Jahren aufgelöst.
Bender spielte sechs Jahre unter Klopp bei Borussia Dortmund und gewann mit dem Verein zweimal die deutsche Meisterschaft und einmal den Pokal. Er galt als Mentalitätstyp, eine Eigenschaft, die der Nationalmannschaft nach dem WM-Debakel zugeschrieben wurde. Zuvor war Bender auch als Assistent von Edin Terzic und Nuri Sahin beim BVB sowie als Co-Trainer der U16 beim DFB tätig.
Klopp hat nun neun Wochen Zeit, um sich auf seine ersten Länderspiele vorzubereiten. Die Premiere steht am 24. September in Amsterdam an, wo die Nationalmannschaft in der Nations League auf die Niederlande trifft. Es ist möglich, dass er dort auf seinen Nachfolger beim FC Liverpool, Arne Slot, trifft. Die Niederlande waren ebenfalls in der ersten K.-o.-Runde der WM ausgeschieden, woraufhin Bondscoach Ronald Koeman zurückgetreten war.
Innerhalb von zehn Tagen folgen für die DFB-Elf weitere Partien gegen Griechenland am 27. September, gegen Serbien am 1. Oktober und erneut in Griechenland am 4. Oktober. Bis zur ersten Kadernominierung Mitte September muss Klopp wichtige Personalien klären. Es wird erwartet, dass Joshua Kimmich Kapitän der DFB-Elf bleibt. Offen ist, welchen Torwart der neue Bundestrainer nach dem Rücktritt von Manuel Neuer einsetzen wird. Als Kandidaten werden der junge Jonas Urbig (22) vom FC Bayern sowie die routinierten Oliver Baumann (36) und Marc-André ter Stegen (34) genannt.
Nach den abschließenden Länderspielen des Jahres in der Nations-League-Gruppenphase am 13. November in Serbien und drei Tage später in Berlin gegen die Niederlande, steht für Klopp ein weiterer wichtiger Termin an. Am 6. Dezember werden in Belfast die Qualifikationsgruppen für die EM 2028 ausgelost.
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Source: bild.de