Tour: Carapaz belohnt sich mit Sieg bei zweiter Alpen-Bergankunft
Richard Carapaz aus Ecuador hat die zweite Bergankunft der Tour de France in den Alpen für sich entschieden. In Orcières-Merlette belohnte sich der 33-Jährige für seine zahlreichen Angriffe während der Tour. Er prägte die 18. Etappe von Beginn an.
Im sieben Kilometer langen Schlussanstieg setzte Carapaz die erste Attacke aus einer sechsköpfigen Ausreißergruppe. Bei seinem zweiten Versuch, 3,4 Kilometer vor dem Ziel, konnte er sich absetzen und feierte als Solist seinen zweiten Etappensieg bei der Tour. Mauro Schmid kam als Zweiter ins Ziel, gefolgt von Matteo Jorgenson als Dritter, beide mit einem Rückstand von 45 Sekunden.
Das Feld der Klassementfahrer, angeführt von Tadej Pogacar im Gelben Trikot, erreichte das Ziel mit einem Rückstand von 4 Minuten und 35 Sekunden. Vor dem Start hatte Pogacar die Bedeutung der kommenden Etappe hervorgehoben: „Wenn wir heute Energie sparen können, gut. Wenn wir die Etappe holen können, dann werden wir das auch versuchen. Klar ist aber, die Etappe morgen ist wichtiger für uns.“
Verlauf der Etappe und Ausreißergruppen
Die 18. Etappe führte über 185 Kilometer von Voiron nach Orcières-Merlette. Der längste Anstieg des Tages war die 11,4 Kilometer lange Strecke zur Bergwertung an der Côte d’Engins. Nach einer Abfahrt bildete sich die erste Ausreißergruppe, zu der auch Mads Pedersen gehörte, der sich über den Anstieg der 1. Kategorie gekämpft hatte.
Pedersen, der Führende in der Punktewertung, hatte den Zwischensprint bei Kilometer 129 im Visier. Sein Vorteil im Duell um das Grüne Trikot mit Jasper Philipsen liegt in seinen Kletterfähigkeiten. Eine Verfolgergruppe schloss später auf, sodass sich 14 Fahrer an der Spitze befanden, darunter der deutsche Meister Felix Engelhardt.
Hinter der Rennspitze versuchten 36 Verfolger ebenfalls aufzuschließen, jedoch ohne Erfolg. Im Hauptfeld zeigte sich Nils Politt aktiv, um den Vorsprung der Ausreißer in Grenzen zu halten. 56 Kilometer vor dem Ziel sicherte sich Pedersen 25 Sprintpunkte und baute seinen Vorsprung auf Philipsen auf 32 Punkte aus.
Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der Tagessieg an einen Ausreißer gehen würde, da der Rückstand des Pelotons auf über acht Minuten angewachsen war. Die Etappe deutete auch auf potenzielle Anwärter für das Bergtrikot hin. Bei den ersten drei Bergwertungen gab es Sprint-Duelle zwischen Valentin Paret-Peintre und Carapaz. Paret-Peintre sammelte dabei 19 Punkte und rückte mit insgesamt 69 Punkten bis auf einen Punkt an Pogacar heran. Carapaz liegt mit 63 Punkten ebenfalls gut im Rennen.

Gesundheitliche Herausforderungen im UAE-Team
Das UAE-Team von Pogacar scheint mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Bereits am Vortag hatte Adam Yates die Etappe mit Magen-Darm-Problemen beendet. Während der 18. Etappe mussten sich Tim Wellens, Brandon McNulty und Florian Vermeersch frühzeitig zurückfallen lassen. McNulty konnte schließlich auch im Gruppetto nicht mehr mithalten und musste aufgeben.
Pogacar verteidigte das Gelbe Trikot und führt in der Gesamtwertung weiterhin mit 4 Minuten und 32 Sekunden vor Remco Evenepoel. Sein Teamkollege Isaac del Toro liegt auf dem dritten Platz mit einem Rückstand von 6 Minuten und 51 Sekunden. Trotz der gesundheitlichen Bedenken im Team äußerte sich Politt: „Wir werden aber alles auf der Straße geben, um noch eine Etappe zu gewinnen und das Gelbe Trikot nach Paris zu bringen.“

Die 19. Etappe verspricht ein Spektakel, da die Tour nach vier Jahren nach Alpe d’Huez zurückkehrt. Es wird erwartet, dass 200.000 bis 300.000 Zuschauer allein am Schlussanstieg die Fahrer anfeuern werden.
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Source: sportschau.de