Die Zahlen
Jacques Tilly wurde am 2. April 2026 von einem Moskauer Gericht in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Künstler, der für seine bissig-satirischen Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug bekannt ist, wurde wegen Verletzung religiöser Gefühle und der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Haftstrafe von neun Jahren beantragt.
Zusätzlich zu der Haftstrafe wurde Tilly eine Geldstrafe von 200.000 Rubel, was etwa 2.000 Euro entspricht, auferlegt. Der Prozess gegen ihn wurde mehrfach vertagt, und Tilly war nicht anwesend, sondern wurde durch eine Pflichtverteidigerin vertreten. Die Verteidigung forderte einen Freispruch aus Mangel an Beweisen.
Tillys satirische Kritik an Kremlchef Wladimir Putin und dem Krieg gegen die Ukraine bildet den Hintergrund des Verfahrens. In einer ersten Reaktion auf das Urteil äußerte Tilly bissigen Spott und sagte: „Es ist jetzt für jeden zu sehen, dass das russische Regime Angst vor Pappfiguren hat.“ Diese Bemerkung verdeutlicht die politische Dimension des Verfahrens.
Die deutsche Botschaft in Moskau kritisierte das Urteil scharf und bezeichnete es als politisch motiviertes Unrechtsurteil. Alexander Graf Lambsdorff, ein deutscher Politiker, kommentierte: „Die Verurteilung von Jacques Tilly zeigt, dass Kriminalisierung und Verfolgung freier Meinungsäußerung durch die russische Regierung unvermindert weitergehen.“
Das Urteil wird international als ein weiterer Schritt in der Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Russland angesehen. Das Comittee Düsseldorfer Carneval erklärte: „Die Gedanken sind frei und müssen es auch bleiben!“ Diese Aussage spiegelt die Besorgnis über die Auswirkungen des Urteils auf die Kunst- und Meinungsfreiheit wider.
Obwohl eine Auslieferung von Tilly nach Russland nicht zu befürchten ist, könnte er bei Reisen in bestimmte Länder auf Probleme stoßen. Die Situation bleibt angespannt, und Details bleiben unbestätigt.
Die Verurteilung von Jacques Tilly ist ein weiterer Beweis für die anhaltende Repression gegen Künstler und Kritiker in Russland. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und fordert eine Rückkehr zu freien und fairen Verfahren.