Was bedeutet es, Menschen an Lebens- und Todesgrenzen zu begleiten? Pastor Harald Schmidt aus Pinneberg beantwortet diese Frage durch seine langjährige Tätigkeit in der evangelischen Lutherkirche. Seit 25 Jahren bietet er Seelsorge an und hilft Hinterbliebenen, ihre Trauer zu verarbeiten.
Schmidt besucht die Angehörigen zu Hause und sammelt Erinnerungen für die Trauerfeier, um den Verstorbenen ein würdiges Andenken zu bereiten. Jährlich finden auf dem Friedhof der Lutherkirche etwa 150 Menschen, meist in Urnen, ihre letzte Ruhe. Dieser Friedhof wurde bereits im April 1891 eingeweiht und ist ein zentraler Ort für die Trauerarbeit in der Gemeinde.
Als Vorsitzender des Kirchengemeinderats und ausgebildeter Theologe, der in Kiel und Göttingen studierte, hat Schmidt eine besondere Verbindung zu den Menschen, die er begleitet. Er entwickelt eine sogenannte Hoffnungsbrücke, die über die Grenze des Todes hinausreicht. Dies zeigt sich in seinen einfühlsamen Worten: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben. Auch wenn er stirbt.“
Schmidt betont, dass die Zeit an der Grenze zwischen Leben und Tod nicht umkehrbar ist: „An keiner Stelle spüren wir deutlicher als an der Grenze zwischen Leben und Tod, dass die Zeit nicht umkehrbar ist.“ Diese Einsicht ist besonders wichtig, wenn er mit Trauernden spricht, die den Verlust eines Kindes oder eines jungen Menschen durch Suizid erleben mussten. „Sterben fühlt sich nie richtig gut an. Aber wenn ein Kind geht, wenn vielleicht ein junger Mensch Suizid begangen hat, dann fühlt es sich besonders falsch an“, erklärt er.
In seiner Arbeit ist Schmidt stets offen für die Wünsche der Trauernden: „Bei uns gibt es kein kategorisches Nein. Wir sind offen und finden meist einen Weg.“ Diese Haltung zeigt, wie wichtig es ihm ist, den Menschen in ihrer Trauer beizustehen und ihnen zu helfen, die für sie passende Form der Bestattung zu wählen, sei es Sarg oder Urne, Friedhof, Seebestattung oder RuheForst.
Die Herausforderungen, die mit dem Sterben und der Trauerbewältigung einhergehen, sind komplex und individuell. Schmidt ermutigt die Menschen, sich im Voraus Gedanken darüber zu machen, was ihnen wichtig ist, um in schweren Zeiten die richtigen Entscheidungen treffen zu können.
Die Arbeit von Pastor Harald Schmidt ist ein Beispiel für die wichtige Rolle von Seelsorgern in unserer Gesellschaft. Details bleiben unconfirmed.