„Es war kein Mensch in Sicht – ich habe niemanden gefährdet,“ erklärte Ray Lange, der Feuerwehrmann, der während einer Einsatzfahrt mit 69 km/h in einer 30 km/h Zone geblitzt wurde. Lange erhielt daraufhin ein Bußgeld von 368,50 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot.
Der Vorfall ereignete sich am 7. Mai 2025 in Taucha, Sachsen, und hat eine breite Diskussion über die Balance zwischen notwendiger Eile bei Einsätzen und der Verkehrssicherheit ausgelöst. Lange lehnte ein Einigungsangebot ab, das ihm eine Spende statt des Bußgeldes angeboten hätte, und betonte: „Das wäre ein Schuldeingeständnis gewesen. Aber ich habe keinerlei Schuld.“
Der Bürgermeister von Taucha bestätigte, dass bei geringeren Geschwindigkeitsüberschreitungen üblicherweise Milde walten gelassen wird, was die Situation von Lange zusätzlich kompliziert. Experten wie Prof. Dr. Dieter Müller halten die Strafe für überzogen und schlagen ein Verwarngeld von 55 Euro vor.
Nach 34 Jahren im Dienst trat Ray Lange aus der Freiwilligen Feuerwehr Taucha aus, was die Diskussion über die Unterstützung von Einsatzkräften weiter anheizte. Ein ehemaliger Stadtwehrleiter äußerte sich besorgt: „Der Umgang mit dem Bußgeldbescheid hat das Gefühl verstärkt, dass Einsatzkräfte im Zweifel ohne ausreichende Rückendeckung handeln müssten.“
Tobias Meier, ein Vertreter der Feuerwehr, erklärte: „Ziel sei es, die Zusammenarbeit künftig wieder zu stabilisieren.“ Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, die Herausforderungen und Risiken, denen Einsatzkräfte ausgesetzt sind, zu berücksichtigen.
Der Bußgeldbescheid wurde vom Ordnungsamt der Stadt Taucha erlassen, und die Diskussion über die Angemessenheit der Strafe wird voraussichtlich weitergehen. Details bleiben unbestätigt.