Die Ausstellung „Monets Küste“ im Städel Museum in Frankfurt am Main eröffnet einen tiefen Einblick in die künstlerische Bedeutung von Étretat, einem malerischen Küstenort in der Normandie, Frankreich. Diese Ausstellung zeigt, wie der Ort nicht nur Claude Monet, sondern auch zahlreiche andere Künstler wie Gustave Courbet und Eugène Delacroix zwischen 1864 und 1886 inspirierte.
Étretat zieht jährlich etwa 1,5 Millionen Besucher an, während die Einwohnerzahl des kleinen Fischerdorfs bei nur 1102 liegt. Diese Diskrepanz zwischen Touristen und Einheimischen verdeutlicht die Attraktivität des Ortes, der durch die Eröffnung der Eisenbahnlinie von Paris nach Étretat im Jahr 1890 für Reisende zugänglicher wurde.
The numbers
Die Ausstellung umfasst insgesamt 170 Exponate, darunter 24 Werke von Monet, die die verschiedenen Tages- und Lichtstimmungen der Küste zeigen. Monet besuchte Étretat mindestens sechsmal und malte die beeindruckenden Klippen, die auch Gustave Courbet in seinen Werken festhielt. Courbet, der Monet beeinflusste, trug zur Popularität der Region bei, indem er die Schönheit der Klippen von Étretat in seinen Gemälden festhielt.
Die erste künstlerische Darstellung von Étretat stammt aus dem Jahr 1786, als Alexandre Jean Noël die Küste malte. Diese frühe Sichtweise zeigt bereits die Faszination, die der Ort auf Künstler ausübte. Victor Hugo beschrieb die Klippen als „permanent changierend zwischen animalischer Anmutung und der gigantischsten Architektur, die er je gesehen habe“. Solche Beschreibungen verdeutlichen die beeindruckende Natur, die Künstler wie Monet zu ihren Werken inspirierte.
Die Ausstellung thematisiert auch die Gentrifizierung des Fischerdorfs durch Künstler, die in der Region lebten und arbeiteten. Monet selbst sagte, es sei „schrecklich gewagt“, dieselben Motive zu wählen, was die Herausforderung unterstreicht, die Schönheit der Landschaft immer wieder neu zu interpretieren. Lisa Berins, eine der Kuratorinnen, bemerkte: „Monet folgte dem Licht statt dem Motiv!“, was die innovative Herangehensweise des Künstlers an die Malerei verdeutlicht.
Die Felsen von Étretat sind jedoch nicht nur ein künstlerisches Motiv, sondern auch durch Erosion gefährdet. Diese natürliche Veränderung macht die Erhaltung der einzigartigen Landschaft umso wichtiger. Die Ausstellung, kuratiert von Eva Mongi-Vollmer und Alexander Eiling, bietet den Besuchern die Möglichkeit, die Werke und die Geschichte von Étretat zu erleben und sich mit der aktuellen Situation der Küste auseinanderzusetzen.
Die ersten Reaktionen auf die Ausstellung sind durchweg positiv. Eva Mongi-Vollmer äußerte: „Heute stehen wir ehrfürchtig vor ihnen“, was die Wertschätzung der Kunstwerke und der Natur widerspiegelt. Die Ausstellung im Städel Museum ist nicht nur eine Hommage an Monet und seine Zeitgenossen, sondern auch ein Aufruf zur Auseinandersetzung mit der Zukunft von Étretat und seiner beeindruckenden Küstenlandschaft.