Am 24. März 2026, kurz nach 22 Uhr, setzte sich der erste Castor-Transport von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) in Bewegung. Insgesamt sollen 152 Castorbehälter mit rund 300.000 Brennelement-Kugeln von Jülich nach Ahaus transportiert werden. Die Strecke beträgt rund 170 Kilometer und führt über Autobahnen in Nordrhein-Westfalen.
Die Genehmigung für diese Transporte wurde im Sommer 2025 erteilt und ist für zwei Jahre gültig. Die Transporte werden als Schwerlasttransporte mit Spezial-Lkw durchgeführt. Für den Transport sind Kosten von etwa 90 Millionen Euro eingeplant, wobei die Gesamtkosten, einschließlich der Sicherheitsmaßnahmen durch die Polizei, auf mindestens 150 Millionen Euro geschätzt werden. Rund 2400 Polizisten werden den Transport absichern, und der Konvoi wird aus etwa 100 Fahrzeugen bestehen.
Die Entscheidung, die Castor-Transporte durchzuführen, ist umstritten. Die NRW-Landesregierung hat sich gegen die Transporte ausgesprochen. NRW-Innenminister Herbert Reul äußerte: „Wenn es nach mir ginge, könnte ich auf die anstehenden Castor-Transporte gerne verzichten.“ Auch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur wünschte sich eine andere Entscheidung des Bundes und betonte, dass alle Handlungsoptionen ausgeschöpft wurden, um unnötige Transporte zu vermeiden.
Die Castor-Transporte sind notwendig, da die Aufbewahrungsgenehmigung für den Atommüll in Jülich seit 2013 abgelaufen ist. Der Atommüll muss daher abtransportiert werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Das Lager in Ahaus ist jedoch nur ein Zwischenlager und kein Endlager, was die Diskussion über die langfristige Lösung der Atommülllagerung weiter anheizt.
Die Transporte werden von Atomkraftgegnern kritisiert, die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der Umweltauswirkungen äußern. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat jedoch entschieden, dass die Transporte stattfinden dürfen. Beate Kallenbach-Herbert erklärte, dass die Transporte zwar teuer sind, aber immer noch günstiger, als am Forschungszentrum Jülich ein neues Zwischenlager für 400 Millionen Euro zu bauen.
Was Beobachter sagen
Die Diskussion um die Castor-Transporte zeigt die tiefen Gräben, die in der Gesellschaft hinsichtlich der Atomenergie und der Entsorgung von Atommüll bestehen. Während die Landesregierung und Umweltverbände gegen die Transporte sind, betonen die Befürworter die Notwendigkeit, den Atommüll sicher zu lagern. Die Situation bleibt angespannt, und die Meinungen über die Notwendigkeit und Sicherheit der Transporte sind stark polarisiert.
Details bleiben unbestätigt. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Transporte verlaufen und welche weiteren Maßnahmen möglicherweise erforderlich sind, um die Sicherheit während des Transports zu gewährleisten. Die Castor-Transporte sind nicht nur eine logistische Herausforderung, sondern auch ein Test für die Akzeptanz der Atomenergie in der Gesellschaft.