Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Wartezeit auf einen Facharzttermin 33 Tage. Diese Zahl hat sich bis 2024 auf 42 Tage erhöht, was einen signifikanten Anstieg darstellt. Andreas Gassen, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, hat in den letzten Monaten immer wieder auf diese Problematik hingewiesen und warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Situation.
Gassen prognostiziert, dass die Wartezeit auf bis zu 50 Tage ansteigen könnte, falls die aktuellen Kürzungsempfehlungen umgesetzt werden. Er bezeichnet die von der SPD geforderte Garantie für Facharzttermine innerhalb von 21 Tagen als „Bullshit“ und fordert stattdessen verbindliche Regeln, die auf dem medizinischen Bedarf beruhen. „Unser System wird vor die Wand fahren, wenn wir nicht endlich verbindliche Regeln schaffen“, sagte Gassen.
Die SPD hat sich für eine Termingarantie ausgesprochen, die von vielen Politikern als notwendig erachtet wird. Dennoch bleibt die Frage, wie diese Garantie umgesetzt werden kann, während die Wartezeiten für gesetzlich Versicherte trotz zusätzlicher Vergütungsregelungen weiterhin steigen. Gassen kritisiert auch die Streichung von Zuschlägen für vermittelte Termine, was die Situation weiter verschärft.
Aktuell sind 40 Millionen Facharzttermine nicht vergütet, was die Belastung für die Ärzte und die Patienten erhöht. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen hat Ärzten vorgeworfen, Privatpatienten bei der Terminvergabe zu bevorzugen, was zu einer Ungleichheit im Zugang zu medizinischer Versorgung führt.
Die Bundesregierung hat eine Expertengruppe eingesetzt, die 66 Empfehlungen zur Stabilisierung der Kassenbeiträge vorgestellt hat. Diese Empfehlungen sind jedoch umstritten und es bleibt abzuwarten, ob sie tatsächlich zu einer Verbesserung der Situation führen werden.
Gassen warnt, dass das Gesundheitssystem kollabieren könnte, wenn die Politik es weiterhin strapaziert. „Die medizinische Notwendigkeit muss die Terminvergabe bestimmen und nicht willkürlich von der Politik aus Wählerappeasement gesetzte Fristen“, betont er.
Die Diskussion um die Wartezeiten und die politischen Maßnahmen wird weiterhin intensiv geführt. Martin Sichert von der AfD unterstützt Gassens Forderungen und sagt: „Gassen hat recht. Es ist höchste Zeit, die Budgetierung abzuschaffen, damit jede Behandlung eines Kassenpatienten auch vergütet wird.“ Eugen Brysch, ein weiterer Kritiker der aktuellen Regelungen, erklärt, dass die zusätzlichen Vergütungsregelungen gescheitert seien und Milliarden von Euro verpufft sind.
Die Situation bleibt angespannt und es ist unklar, wie die Politik auf die wachsenden Herausforderungen im Gesundheitswesen reagieren wird. Details bleiben unbestätigt.