Politt: “McNulty ist raus, das ist ein herber Rückschlag für uns“
Carapaz sichert sich Etappensieg in den Alpen
Richard Carapaz von EF Education – EasyPost hat die 18. Etappe der Tour de France gewonnen. Der Ecuadorianer setzte sich auf der ersten von drei aufeinanderfolgenden Alpenetappen über 185,2 Kilometer von Voiron nach Orcières-Merlette durch. Es war sein zweiter Etappensieg bei einer Frankreich-Rundfahrt. Mauro Schmid von Jayco – AlUla belegte den zweiten Platz, gefolgt von Matteo Jorgenson von Visma – Lease a Bike auf dem dritten Rang.
Carapaz beschrieb den Sieg als einen sehr besonderen Moment und widmete ihn seiner Familie. Er betonte, wie hart der Tag war und dass er erst spät zur Führungsgruppe aufschließen konnte. Trotz einer anfänglichen Lücke gelang es ihm, den Anschluss zu finden, als Quick-Step mit drei Fahrern das Tempo anzog. Er wartete auf den richtigen Moment, um am schweren Anstieg anzugreifen.
Mauro Schmid äußerte sich, dass die letzten zehn Kilometer sehr taktisch waren und niemand wirklich attackieren wollte, da der Anstieg nicht extrem steil war. Er bemerkte, dass seine Beine nach der zweiten Attacke von Carapaz leer waren. Schmid fühlt sich in der zweiten und dritten Woche der Tour traditionell stärker und hatte sich in der ersten Woche geschont, was ihm nun zugutekommt. Felix Engelhardt unterstützte sein Team dabei, den Rücken freizuhalten.
Matteo Jorgenson gab am finalen Anstieg alles, hatte aber nicht mehr viel Energie. Er räumte ein, dass Carapaz stärker war und er selbst nicht gut genug für den Sieg war, obwohl er seinen besten Tag bei der Tour hatte. Valentin Paret-Peintre von Soudal – Quick-Step, der Vierter wurde, litt sehr und war am Ende völlig erschöpft. Er kämpfte um Punkte für das Bergtrikot und hofft auf gute Erholung. Tobias Halland Johannessen von Uno-X Mobility, der Fünfter wurde, hatte einen schweren Start und war zu müde, um zu folgen. Er gratulierte Carapaz zu seiner Stärke.
Rückschlag für Pogacar und sein Team
Tadej Pogacar von UAE – Emirates – XRG konnte das Gelbe Trikot erfolgreich vor Remco Evenepoel von Red Bull Bora – hansgrohe verteidigen. Allerdings erlitt sein Team einen Rückschlag durch den Ausfall von Brandon McNulty, einem wichtigen Helfer, der die Etappe nicht beenden konnte. Pogacar äußerte sich traurig über McNultys Ausscheiden und betonte, dass er in den nächsten zwei Tagen vermisst werden würde. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das Team die Situation überstehen werde, da es Adam Yates von Tag zu Tag besser gehe.
Nils Politt, ein Teamkollege von Pogacar bei UAE – Emirates – XRG, bezeichnete McNultys Ausfall als herben Rückschlag für das Team. Er erklärte, dass das Team die nächsten zwei Tage überstehen müsse. Politt erwähnte, dass sich Pogacar und Isaac Del Toro gut fühlen und auch er selbst in guter Verfassung sei. Er fügte hinzu, dass sich Adam Yates bereits deutlich besser fühle und sich zurückfallen ließ, um Kräfte zu sparen. Das Ziel sei es, die Führung nach Hause zu bringen, und man wäre zufrieden, wenn zwei Fahrer auf dem Podium stünden. Politt betonte zudem die Notwendigkeit von Maßnahmen wie getrenntem Essen und Masken im Bus, wies aber auch darauf hin, dass Viren bei Rundfahrten üblich seien.
Die Favoriten auf das Podium in Paris schonten ihre Kräfte und verzichteten auf Attacken auf der 18. Etappe. Sie kamen geschlossen, etwa viereinhalb Minuten nach dem Etappensieger, ins Ziel. Carapaz verbesserte sich durch seinen Sieg um zwei Plätze auf den zehnten Rang in der Gesamtwertung.

Spannung in den Wertungen und Ausblick
Die Fahrt über 182,5 Kilometer mit fünf Bergwertungen führte auch zu einer Zuspitzung in der Bergwertung. Pogacar führt dort nur noch knapp vor Valentin Paret-Peintre und Carapaz, wobei das Trio vor den beiden schwersten Bergetappen der Tour nur sieben Punkte trennen. In der Punktewertung gelang Mads Pedersen von Lidl – Trek ein entscheidender Schritt. Er kämpfte sich erneut in die Ausreißergruppe und konnte den Zwischensprint für sich entscheiden, wodurch er seinen Vorsprung gegenüber Jasper Philipsen deutlich ausbaute. Pedersen erklärte, dass seine Strategie darin bestand, in die Ausreißergruppe zu kommen und bis zum Sprint in der ersten Gruppe zu bleiben, um danach so locker wie möglich hochzufahren. Er betonte, dass noch viele Punkte zu holen seien, insbesondere 75 Punkte in Paris, und dass er aktuell nur 32 Punkte Vorsprung habe. Er sieht es als Kampf bis nach Paris und wird am morgigen Tag sein Bestes geben, da das Ziel für Paris der Sieg ist.
Der sportliche Leiter von EF Education – Easy Post, Charles Wegelius, zeigte sich begeistert über den Etappensieg. Er hob hervor, dass es nicht einfach sei, eine Etappe bei der Tour de France zu gewinnen, und lobte die kollektive Anstrengung des Teams. Er betonte, dass das Team keine Gruppen verpasst habe und immer brillant zusammengearbeitet habe. Wegelius sah die Etappe als Beispiel für den Verlauf der gesamten Tour für sein Team und als Resultat der Arbeit von acht Fahrern und vielen weiteren Personen im Hintergrund. Er war froh, dass jeder für seine Mühen belohnt wurde. Am Freitag steht die Bergankunft in Alpe d’Huez an, eine Etappe über knapp 130 Kilometer mit drei weiteren Anstiegen.
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Source: radsport-news.com