DFB-News: Aufatmen beim DFB-Team - Brown zurück im Training
Vor dem anstehenden K.-o.-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft gibt es positive Nachrichten: Nathaniel Brown ist ins Teamtraining zurückgekehrt. Der 23 Jahre alte Außenverteidiger, der Berichten zufolge zum FC Bayern München wechseln wird, nahm an der geschlossenen Übungseinheit zwei Tage vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay teil. Brown hatte zuvor beim Spiel gegen Ecuador aufgrund muskulärer Probleme gefehlt. Seine Rückkehr erhöht seine Einsatzchancen für die Partie in Boston erheblich.
Das Spiel gegen Paraguay wird von Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko geleitet. Der 39-Jährige pfiff bereits das deutsche Auftaktspiel gegen Curacao, das die DFB-Elf mit 7:1 gewann. Jayed wird von seinen Landsleuten Zakaria Brinsi und Mostafa Akarkad an den Seitenlinien unterstützt, während Ma Ning aus China als Vierter Offizieller fungiert. Für Jayed ist dies bereits das dritte Spiel bei dieser Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko.
Völler über Teamleistung und Erwartungen
Rudi Völler, Sportdirektor der DFB-Nationalmannschaft, äußerte sich auf einer Pressekonferenz am Samstag zur aktuellen Situation. Er lobte die „enorme Leidenschaft und den Kampfgeist“ des Teams, die sich insbesondere beim Sieg gegen die Elfenbeinküste gezeigt hätten. Gleichzeitig betonte er, dass unnötige Ballverluste, wie sie gegen Ecuador auftraten, minimiert werden müssten. Völler ist überzeugt, dass die Mannschaft an guten Tagen, wenn sie „zu 100 Prozent da ist“, gegen jede Mannschaft gewinnen kann. Er schränkte jedoch ein, dass ein paar Prozentpunkte weniger, wie möglicherweise gegen Ecuador, auch zu Niederlagen führen könnten.
Völler betonte, dass aus dem Spiel gegen Ecuador nicht allzu viele Rückschlüsse für das Sechzehntelfinale gegen Paraguay gezogen werden sollten. Er bezeichnete die Partie gegen Ecuador als deren „Spiel der Spiele“ und erklärte, dass es menschlich sei, dass die deutsche Mannschaft nach dem Gruppensieg nicht mehr am Limit agierte. Er versprach, dass die Einstellung am Montag eine andere sein werde und der volle Fokus auf dem Spiel gegen Paraguay liege. Der Glaube sei da, dass das Team „alles rausholen“ werde.

Der Sportdirektor zog ein positives Fazit der Gruppenphase und betonte, dass der Gruppensieg verdient gewesen sei. Er verteidigte auch die Wechsel von Bundestrainer Julian Nagelsmann gegen Ecuador und stellte klar, dass er über diese im Vorfeld informiert gewesen sei. Völler stärkte Nagelsmann den Rücken und beschrieb ihr Verhältnis als sehr eng. Er betonte, dass Nagelsmann ein erfahrener Trainer sei, der wisse, was zu tun ist, wenn es kritisch wird.
Bedingungen in Boston und Gegneranalyse
Das Spiel am Montag findet im Boston Stadium statt, das sich 35 km südwestlich von Boston in Foxborough befindet. Die Spieler müssen mit Temperaturen um die 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit rechnen. Das Stadion ist die Heimat der New England Patriots und der New England Revolution. Da das DFB-Hauptquartier in Winston-Salem und Boston in derselben Zeitzone liegen, wird es keine Umstellung aufgrund von Zeitverschiebungen geben.
Paraguay, der Gegner im Sechzehntelfinale, hat mit personellen Problemen zu kämpfen. Mittelfeldspieler Diego Gomez von Brighton & Hove Albion fehlt gelbgesperrt, was eine Lücke im Mittelfeldzentrum des Teams hinterlässt. Zudem ist unklar, ob Verteidiger Omar Alderete vom AFC Sunderland nach einer Auswechslung aufgrund einer Verletzung gegen Australien einsatzfähig sein wird. Paraguay zog mit vier Punkten aus der Gruppe D in die K.-o.-Runde ein.
Die Diskussionen um DFB-Torwart Manuel Neuer nach der 1:2-Niederlage gegen Ecuador halten an. Ehemalige Nationaltorhüter wie Sepp Maier und Timo Hildebrand haben sich dazu geäußert. Maier kritisierte, dass Neuer dem Ball früher hätte entgegengehen müssen, nahm ihn aber gleichzeitig in Schutz und betonte, dass er nicht der Sündenbock für die Niederlage sei. Hildebrand verteidigte Neuer ebenfalls vehement und bezeichnete die Debatte als „typisch deutsch“.
Völler sprach auch die Leistung der Offensivspieler Jamal Musiala und Florian Wirtz an. Er forderte von den beiden 23-jährigen Spielern, dass sie „liefern“ müssen, um die „ganz großen Ziele zu erreichen“. Er betonte, dass noch „ein bisschen Luft nach oben“ sei, aber er sei zuversichtlich, dass sie nah dran seien, ihre Topform zu finden. Musiala hat in der Vorrunde ein Tor erzielt, Wirtz noch keines. Völler ist überzeugt, dass der Fokus auf dem Montagsspiel liegt und die Spieler „frisch sind und brennen“.
Die Diskussion um Kapitän Joshua Kimmich und seine Positionierung wurde ebenfalls thematisiert. Völler bezeichnete Kimmich als „Fahnenträger“ der deutschen Auswahl und lobte sein Engagement sowie seine Rolle als Kapitän. Er betonte, dass Kimmich dort spielen werde, wo es für die Mannschaft am besten ist, und dass er auf seiner aktuellen Position enorm helfe. Völler hat zudem besondere Erinnerungen an Paraguay, da Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2002 im Achtelfinale mit 1:0 gegen die Südamerikaner gewann.
Das Sechzehntelfinale gegen Paraguay beginnt am Montag um 22:30 Uhr MESZ.
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Source: sportschau.de