„Sie wusste, dass sie von Bill Cosby betäubt und vergewaltigt worden war“, heißt es in der Klageschrift, die den Ausgang eines aktuellen Zivilprozesses beschreibt. Bill Cosby wurde in Kalifornien wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt, was zu einer Schadensersatzsumme von mehr als 19 Millionen US-Dollar für die Klägerin Donna Motsinger führte.
Zusätzlich sprach die Jury eine Strafzahlung von 40 Millionen US-Dollar aus, sodass die Gesamtsumme der Entschädigung auf knapp 60 Millionen US-Dollar steigt. Cosby soll die Klägerin im Jahr 1972 mit Alkohol und Tabletten wehrlos gemacht haben, was die Schwere der Vorwürfe unterstreicht.
Ein neues kalifornisches Gesetz ermöglicht es, Schadenersatzklagen wegen sexuellen Missbrauchs ohne Verjährungsfrist einzureichen, was in diesem Fall entscheidend war. Cosby, der 2018 wegen sexueller Nötigung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, kam 2021 frei, nachdem seine Verurteilung aufgrund eines Verfahrensfehlers aufgehoben wurde.
Im Jahr 2022 wurde er bereits verurteilt, einer anderen Frau 500.000 US-Dollar Schadensersatz zu zahlen. Dutzende Frauen haben Bill Cosby im Zuge der MeToo-Bewegung Missbrauch vorgeworfen, doch Cosby hat alle Anschuldigungen stets bestritten.
„Es habe 54 Jahre gedauert, um Gerechtigkeit zu erfahren“, sagte Donna Motsinger nach dem Urteil. Diese Aussage verdeutlicht die lange Zeitspanne, die zwischen dem mutmaßlichen Missbrauch und dem aktuellen Urteil liegt.
Cosbys Anwaltsteam kündigte an, in Berufung zu gehen, was die rechtlichen Auseinandersetzungen um diesen Fall weiter verlängern könnte. Die Jury hofft, dass ihr Urteil eine Signalwirkung hat und andere Opfer ermutigt, ebenfalls rechtliche Schritte einzuleiten.
Bill Cosby ist mittlerweile 88 Jahre alt, während die Klägerin 84 Jahre alt ist. Die fortwährenden rechtlichen Herausforderungen und die gesellschaftliche Debatte um sexuelle Übergriffe bleiben somit auch in Zukunft relevant.
Details remain unconfirmed.