„Mir fällt kein sonstiger Grund ein, warum jemand auf Cashzahlung besteht, als an der Steuer vorbei arbeiten zu wollen“, sagte Dirk Stettner, ein Vertreter der Bundesbank, in Bezug auf die bevorstehenden Änderungen im Bargeldverkehr.
Ab dem 1. Juli 2027 wird in Deutschland eine neue Bargeld-Obergrenze von 10.000 Euro gelten. Diese Regelung betrifft ausschließlich gewerbliche Transaktionen, während Zahlungen zwischen Privatpersonen weiterhin ohne Einschränkungen möglich sind.
Bei Beträgen über 3.000 Euro müssen Käufer künftig ihre Identität nachweisen und die Herkunft des Geldes belegen. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu bekämpfen.
Bereits seit Januar 2020 gibt es in Deutschland ein Limit von 1.999,99 Euro für anonyme Käufe im Edelmetallhandel. Zudem ist die Barzahlung beim Immobilienkauf seit dem 1. April 2023 vollständig untersagt.
Die Deutsche Post plant, zum 1. Januar 2026 die Barzahlung der Rente einzustellen. Auch die Abschaffung von Schecks als papiergebundenes Zahlungsmittel ist für 2026 vorgesehen.
Die Bundesbank berichtete, dass im Jahr 2022 rund 72.400 gefälschte Euro-Banknoten im Nennwert von 4,5 Millionen Euro registriert wurden. Besonders häufig waren 40 Prozent dieser Fälschungen bei 50-Euro-Scheinen zu finden.
In Berlin wird darüber hinaus eine Bundesrats-Initiative geplant, die digitales Bezahlen in Geschäften zur Pflicht machen soll. Diese Entwicklungen sind Teil eines größeren Trends hin zu digitalen Zahlungsmethoden.
Die EU plant die Einführung eines digitalen Euro im Jahr 2029, was die Bargeldnutzung weiter beeinflussen könnte. Steuerhinterziehung in Berlin wird mit jährlichen Verlusten von 70 Milliarden Euro geschätzt.
„In der repräsentativen Umfrage gaben 93 Prozent der Befragten an, dass sie auch in Zukunft selbst entscheiden möchten, ob sie bar oder unbar bezahlen“, so die Bundesbank.
Die Einführung der Bargeld-Obergrenze wird dabei unterschiedlich aufgenommen. Details bleiben unbestätigt.