Die Zahlen
In Bayern ist ein besorgniserregender Rückgang der aktiven Schiedsrichter im Amateurfußball zu beobachten. Während im Jahr 2000 noch 13.379 aktive Schiedsrichter registriert waren, fiel diese Zahl bis 2022 auf nur 9.856. Diese Entwicklung hat die Vereine und den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) alarmiert, da die Schiedsrichter eine zentrale Rolle im Spielbetrieb einnehmen.
Im Jahr 2023 gab es einen leichten Anstieg auf 10.254 aktive Schiedsrichter, und aktuell sind es 12.386. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Schiedsrichtermangel ein drängendes Problem, das die Zukunft des Amateurfußballs in Bayern gefährden könnte.
Die Vergütung für Schiedsrichter hat sich ebenfalls verändert. Vor drei Jahren lag die durchschnittliche Vergütung bei 33 Euro pro Spiel, während sie heute auf 53 Euro gestiegen ist. Diese Erhöhung könnte dazu beitragen, das Ehrenamt attraktiver zu machen und mehr Menschen zu motivieren, sich als Schiedsrichter zu engagieren.
Der Bayerische Fußball-Verband hat das Jahr 2023 zum „Jahr des Schiris“ ausgerufen, um das Bewusstsein für die Bedeutung der Schiedsrichter zu schärfen. In diesem Rahmen wurden verschiedene Initiativen gestartet, um neue Schiedsrichter zu gewinnen. Ein Beispiel hierfür ist der Neulingskurs in der Oberpfalz, an dem 15 Teilnehmer im Alter von 12 bis 48 Jahren teilnahmen.
Florian Fleischmann, ein Vertreter des BFV, äußerte sich zu den Herausforderungen: „Das Ehrenamt Schiedsrichter hatte ein Imageproblem.“ Dies zeigt, dass es nicht nur um die Zahlen geht, sondern auch um die Wahrnehmung und Wertschätzung des Schiedsrichteramts in der Gesellschaft.
Ein junger Teilnehmer des Neulingskurses, Moritz, erklärte: „Ich wollte Schiedsrichter werden, weil ich mein Taschengeld aufbessern wollte und Fußball aus einer anderen Sicht sehen wollte, nicht bloß als Spieler.“ Solche Aussagen verdeutlichen, dass es auch persönliche Motive gibt, die Menschen dazu bewegen, sich für das Schiedsrichteramt zu entscheiden.
Die Vereine selbst haben erkannt, dass sie aktiv werden müssen, um dem Schiedsrichtermangel entgegenzuwirken. „Die Vereine haben gemerkt, dass sie selbst aktiv werden müssen“, sagte Fleischmann. Dies könnte zu einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und dem BFV führen, um die Situation nachhaltig zu verbessern.
Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Ein Teilnehmer des Neulingskurses, Benedikt, gab zu: „Das ist bisher meine wichtigste Prüfung. Deshalb bin ich nervöser als in der Schule.“ Dies zeigt, dass die Ausbildung und das Engagement als Schiedsrichter ernst genommen werden und die Verantwortlichen alles daran setzen, die Qualität des Schiedsrichterwesens zu sichern.