Ursula von der Leyen äußert sich zur Kernenergie
„Ich glaube, dass es für Europa ein strategischer Fehler war, einer zuverlässigen, bezahlbaren Quelle für emissionsarmen Strom den Rücken zu kehren“, erklärte Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, in Boulogne-Billancourt, Frankreich. Diese Aussage verdeutlicht die aktuelle Debatte über die Rolle der Kernenergie in der europäischen Energiepolitik.
Die EU-Kommission plant, den Ausbau der Kernenergie zu fördern, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Derzeit stammen nur noch knapp 15 Prozent des europäischen Stroms aus Kernenergie, während es 1990 noch ein Drittel war. Diese drastische Reduzierung unterstreicht die historische Abkehr von der Atomkraft in den letzten Jahrzehnten.
Ein zentrales Element der neuen Strategie ist die Bereitstellung von Risiko-Absicherungen in Höhe von 200 Millionen Euro für private Geldgeber, um Investitionen in die Kernenergie zu fördern. Frankreich hat bereits angekündigt, sechs neue Reaktoren zu bauen, um seine Energieversorgung zu sichern und die Emissionen zu reduzieren.
Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU, bezeichnete den Atomausstieg in Deutschland als unumkehrbar. „Der Beschluss ist irreversibel. Ich bedauere das, aber es ist so“, sagte Merz und betonte die Herausforderungen, die mit der Energiewende verbunden sind.
Carsten Schneider, der energiepolitische Sprecher der SPD, kritisierte die Strategie von von der Leyen als rückwärtsgewandt. Er bemerkte: „Es spreche Bände, dass der Kern dieser Strategie aus neuen Subventionen für Kernkraftwerke bestehe.“ Schneider plädierte stattdessen für einen stärkeren Fokus auf erneuerbare Energien.
Er fügte hinzu: „Sauberer, ungefährlicher Strom aus Wind und Sonne ist günstiger, treibt längst die Energiewende an und produziert keinen strahlenden Müll.“ Diese Aussagen reflektieren die unterschiedlichen Ansichten über die zukünftige Energiepolitik in Europa.
Die neue Technologie der kleinen modularen Reaktoren (SMR) soll bis Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit sein und könnte eine Schlüsselrolle im zukünftigen Energiemix spielen. Details bleiben unbestätigt.
Die Diskussion um die Kernenergie wird in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter an Intensität gewinnen, da die EU-Mitgliedstaaten ihre Strategien zur Erreichung der Klimaziele anpassen müssen.