(S+) Tour de France: Tadej Pogačar gewinnt die Kneipenschlägerei auf Rädern
Tadej Pogačar (UAE – Emirates – XRG) hat die 19. Etappe der Tour de France gewonnen, die über 127,9 Kilometer von Gap zur Bergankunft in L’Alpe d’Huez führte. Der Träger des Gelben Trikots setzte sich nach einer Aufholjagd auf dem Schlusskilometer des Anstiegs gegen seine letzten Begleiter Lenny Martinez (Bahrain Victorious) und Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) durch. Dies war sein fünfter Tagessieg bei der 113. Ausgabe der Tour, wodurch er seine Führung im Gesamtklassement weiter ausbaute.
Pogačar äußerte sich nach dem Sieg: „Es ist sehr cool, hier oben zu gewinnen, es war eine verrückte Atmosphäre über den ganzen Anstieg entlang. Ich muss mich beim gesamten Team bedanken, dass ich es am Ende geschafft habe. Ich bin für meine Teamkollegen gefahren und bin sehr glücklich, heute gewonnen zu haben.“ Er fügte hinzu: „Ich habe eine gute Form, schaue von Tag zu Tag. Morgen ist die Königsetappe der Tour und dann hoffe ich auf einen schönen Tag in Paris.“
Hinter Martinez, der sechs Sekunden Rückstand hatte, und Carapaz mit neun Sekunden Rückstand, belegte der US-Amerikaner Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) den vierten Platz mit einem Rückstand von 1:14 Minuten. Remco Evenepoel kam als Sechster mit 2:29 Minuten Rückstand ins Ziel und festigte seinen zweiten Platz im Gesamtklassement. Isaac Del Toro belegte als Siebter den dritten Gesamtrang.
Etappenverlauf und entscheidende Attacken
Die 19. Etappe begann mit dem Anstieg zum Col Bayard, wo sich eine Gruppe von rund 40 Fahrern absetzte. Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick-Step) setzte sich im Sprintduell gegen Carapaz durch und übernahm mit den gewonnenen Punkten die Führung in der Bergwertung von Pogačar. Das Team des Gelben Trikots kontrollierte das Tempo im Feld, während der Vorsprung der Spitzengruppe auf bis zu drei Minuten anwuchs.
Im flacheren Mittelteil der Etappe erhielt UAE Unterstützung von Red Bull, dennoch vergrößerte sich der Abstand zum Zwischensprint auf rund 4:30 Minuten. Mads Pedersen (Lidl – Trek) entschied den Zwischensprint 38 Kilometer vor dem Ziel für sich und baute seine Führung in der Punktewertung aus. Im anschließenden Anstieg zum Col d’Ornon bekamen mehrere Ausreißer Probleme, darunter auch Paret-Peintre.
In der Anfahrt auf den Schlussanstieg führte Bruno Armirail die Ausreißer mit noch 3:20 Minuten Vorsprung in die erste der 21 Spitzkehren. Tymen Arensman griff 12,5 Kilometer vor dem Ziel als Erster an, gefolgt von Martinez, Kuss, Pablo Castrillo, Tiesj Benoot und Carapaz. Kurz darauf startete Pogačar seine Attacke und fuhr zu seinem Teamkollegen Adam Yates auf, der etwa 2000 Meter lang das Tempo für den Mann in Gelb machte.

Pogačar hatte zu diesem Zeitpunkt 2:25 Minuten Rückstand auf das Spitzentrio, das noch 9,5 Kilometer zu bewältigen hatte. Carapaz attackierte knapp 9000 Meter vor dem Ziel, wobei Martinez direkt mitging. Kuss benötigte einige Zeit, um wieder aufzuschließen. Die gegenseitigen Attacken von Carapaz und Kuss spielten dem heraneilenden Pogačar in die Karten. Drei Kilometer vor dem Ziel hatte Pogačar die Ausreißer fast eingeholt.
Pogačars finaler Sprint und Gesamtklassement
Carapaz gab jedoch nicht auf und griff erneut an. Martinez konnte eine Weile am Hinterrad des Gesamtführenden bleiben. 1700 Meter vor dem Ende erreichte Pogačar schließlich Carapaz, mit Martinez am Rad. Unter dem Teufelslappen lancierte Pogačar den entscheidenden Angriff, der den Widerstand der Ausreißer brach. Martinez wurde mit sechs Sekunden Rückstand Zweiter, während Carapaz den dritten Platz belegte und als Trostpreis das Bergtrikot übernahm.

Pogačar bewältigte den Anstieg und die 21 Serpentinen in 35:26 Minuten, was 1:24 Minuten schneller war als die Zeit von Marco Pantani im Jahr 1995. Seine Rivalen im Gesamtklassement hatten gut zweieinhalb Minuten Rückstand. In der Gesamtwertung liegt Pogačar nun 7:11 Minuten vor Remco Evenepoel und 9:42 Minuten vor Isaac del Toro.
Evenepoel erreichte das Ziel mit 2:29 Minuten Rückstand als Sechster. Del Toro wurde zwölf Sekunden dahinter Siebter und konnte seinen Vorsprung auf Paul Seixas um nur vier Sekunden halten. Die nächste Etappe, die Königsetappe der Tour, wird ebenfalls in L’Alpe d’Huez enden.
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Source: spiegel.de