Was Beobachter sagen
„Die Passage durch das Rote Meer gilt als zu gefährlich“, äußerte ein Sprecher der Reedereien, während sich die Situation im Persischen Golf weiter zuspitzt. Sechs Kreuzfahrtschiffe, darunter Schiffe von TUI Cruises, Celestyal Cruises, MSC Cruises und Aroya Cruises, liegen derzeit im Hafen und haben den Betrieb eingestellt. Die Schiffe können ihren aktuellen Hafen aufgrund der angespannten Sicherheitslage nicht verlassen.
Die Straße von Hormus, ein strategisch wichtiger Seeweg, wird derzeit durch den Iran blockiert, was die Bewegungen der Schiffe stark einschränkt. Diese Schiffe befinden sich im sogenannten Hot Layup Status, was bedeutet, dass die Besatzungsstärke reduziert wurde und die Schiffe nicht mehr operativ sind. Im schlimmsten Fall könnten die Schiffe monatelang nicht eingesetzt werden, was erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Reedereien haben könnte.
TUI Cruises hat bereits sämtliche Gäste der Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 aus Abu Dhabi und Doha ausgeflogen. Die Kosten für diese Großevakuierung belaufen sich auf etwa 14 Millionen Euro. Darüber hinaus wird die Rückführung der Schiffe nach Europa über das Kap der Guten Hoffnung mit zusätzlichen Kosten von 22 Millionen Euro verbunden sein. Die Reedereien beobachten die Lage weiter, bevor sie weitere Reisen absagen.
Die nächste Absage betrifft die Reise von Mein Schiff 5 von Kapstadt nach Mallorca. Die Schiffe benötigen fast zwei Wochen für die Ankunft im Mittelmeer über den Suezkanal, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht. Der Rückgang der TUI-Aktie um 18 Prozent auf Monatssicht zeigt zudem die Auswirkungen der aktuellen Lage auf den Markt.
Details bleiben unbestätigt, insbesondere ob und wann die Schiffe die Straße von Hormus passieren können, was stark vom weiteren Verlauf der militärischen Eskalation im Nahen Osten abhängt. Die Reedereien stehen unter Druck, die Sicherheit ihrer Passagiere und Besatzungen zu gewährleisten, während sie gleichzeitig versuchen, wirtschaftliche Verluste zu minimieren.
Im ungünstigsten Fall könnten die Reedereien mit EBIT-Einbußen von bis zu 47 Millionen Euro konfrontiert werden. Die Situation bleibt angespannt, und die Reedereien müssen schnell reagieren, um weitere Reisen abzusagen oder anzupassen, je nachdem, wie sich die Sicherheitslage entwickelt.
Die Schiffe haben Platz für etwa 5.000 Gäste in zwei fehlenden Schiffen, was die Dimension der Herausforderung verdeutlicht, vor der die Reedereien stehen. Die Beobachtung der Lage wird entscheidend sein, um die nächsten Schritte zu planen und die Auswirkungen auf den Tourismus im Persischen Golf zu bewerten.