Die Insolvenz der Stecher-Gruppe betrifft nicht nur die deutschen Gesellschaften, sondern zeigt auch die Auswirkungen internationaler Konflikte auf lokale Unternehmen. Drei Gesellschaften der Stecher-Gruppe haben Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Hechingen eröffnete am 9. April das vorläufige Insolvenzverfahren.
Rund 175 Mitarbeiter in Deutschland sind betroffen. Die Stecher-Gruppe hat insgesamt etwa 300 Mitarbeiter. Die Löhne sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgedeckt. Die Produktion wird im Schichtbetrieb fortgesetzt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Die Stecher-Gruppe ist spezialisiert auf Präzisionsdrehtechnik und Metallverarbeitung. Sie wurde 1946 gegründet und hat sich seitdem als Familienunternehmen etabliert. Der Umsatz fiel von 35 Millionen Euro im Jahr 2021 auf etwa 25 Millionen Euro.
Günter Stecher bezeichnete die Insolvenz als „brutale Niederlage“ und „den tiefsten Punkt in meiner beruflichen Karriere“. Er erklärte, dass internationale Konflikte, wie der Iran-Krieg, dazu führten, dass Kunden ihre Budgets einfrieren mussten.
Die Stecher Automation GmbH wurde 2019 als eigene Produktionsgesellschaft ausgegliedert. Diese Entscheidung sollte die Effizienz steigern, doch nun steht das Unternehmen vor großen Herausforderungen.
Die Standorte in der Türkei und Rumänien sind nicht vom Insolvenzverfahren betroffen. Dennoch bleibt unklar, wie sich die Situation auf die langfristige Stabilität des Unternehmens auswirken wird.
Die Insolvenzverwalter Martin Mucha, Jochen Sedlitz und Sebastian Krapohl stehen nun vor der Aufgabe, Lösungen zu finden. Krapohl äußerte sich optimistisch: „Ich bin frohen Mutes, das ist ein gutes Unternehmen.“ Die nächsten Schritte sind entscheidend für die Zukunft der Stecher-Gruppe.