Steigen die Spritpreise bald auf dreistellige Werte? Für Autofahrer könnte das ernsthafte Folgen haben.
Der Iran hat die Straße von Hormus blockiert, was dazu führt, dass Reedereien ihren Verkehr einstellen. Welche Auswirkungen dies auf die Ölpreise und die Spritpreise in Deutschland hat und wie Sie beim Tanken aktuell Geld sparen können.
Die Situation im Nahen Osten hat sich erheblich verschärft – mit Auswirkungen bis zu den deutschen Spritpreisen. Nach militärischen Aktionen der USA und Israels gegen den Iran hat Teheran die Straße von Hormus blockiert. Infolgedessen haben zahlreiche Reedereien, Ölgesellschaften und Handelsunternehmen ihre Transporte durch die Meerenge eingestellt.
Die dänische Reederei Maersk koordiniert sich eigenen Angaben zufolge mit Sicherheitspartnern, während die deutsche Hapag-Lloyd vorübergehend ihre Durchfahrten aussetzt und die französische CMA CGM ihre Schiffe in sichere Häfen sendet.
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Satellitenaufnahmen zeigen Tanker, die sich vor Häfen wie Fudschaira in den VAE stauen. Laut der EU-Marinemission „Aspides“ erhielten die Schiffe Funknachrichten von den iranischen Revolutionsgarden, in denen es hieß, dass „kein Schiff die Straße von Hormus passieren darf“. Die Tankervereinigung Intertanko weist auf Warnungen der US-Marine hin, die derzeit keine Sicherheit in der Region gewährleisten kann.
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Die Auswirkungen auf den Ölmarkt und die Verbraucher sind erheblich. Etwa 20 Prozent des global transportierten Öls durchqueren normalerweise diese Meerenge – dazu zählen Lieferungen aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak, Kuwait und dem Iran. Auch erhebliche Mengen an Flüssigerdgas aus Katar werden dort befördert.
Wenn diese Route länger dauert, entsteht plötzlich ein Mangel an Angebot auf dem Weltmarkt. Händler reagieren in der Regel sofort auf solche Risiken, oft noch bevor es tatsächlich zu physischen Engpässen kommt.
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Der Preis für ein Barrel Brent-Öl betrug zuletzt etwa 73 US-Dollar. In früheren Konflikten stieg der Ölpreis innerhalb weniger Tage prozentual zweistellig, und auch jetzt hat er bereits auf aktuell 86 US-Dollar (Stand 1. März) angezogen. Entscheidend wird sein, ob die Blockade nur wenige Tage anhält oder sich über Wochen erstreckt – die 100 US-Dollar-Marke für ein Barrel könnte bei einer längeren Blockade bald überschritten werden.
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Bereits die ersten Anzeichen an deutschen Tankstellen zeigen, dass die Spritpreise oft mit einer Verzögerung von einigen Tagen auf die Ölpreise reagieren. Raffinerien und Händler berücksichtigen dabei die aktuellen Einkaufskosten, Lagerbestände und ihre Erwartungen.
Wenn der Ölpreis weiter steigt, ist zu erwarten, dass auch die Preise an den Tankstellen anziehen. Besonders empfindlich reagiert oft Diesel, da er stark mit den internationalen Handelsströmen verbunden ist.
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Die Entwicklung an deutschen Tankstellen ist bereits spürbar. Laut dem ADAC lag der Preis für einen Liter Super E10 zuletzt im Wochendurchschnitt bei 1,776 Euro – ein Anstieg von 1,8 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Der Dieselpreis stieg um 2,9 Prozent. So hoch waren die Spritpreise zuletzt im Jahr 2024.
Wenn der Ölpreis weiter ansteigt, steigen in der Regel auch die Spritpreise, jedoch mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung.
Was Verbraucher jetzt unternehmen können: Wer tanken muss, sollte strategisch handeln:
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Spritpreise vergleichen: Oft gibt es zwischen verschiedenen Tankstellen mehrere Cent Preisunterschied pro Liter.
Abends tanken: Statistisch gesehen sind die Preise am späten Nachmittag und Abend häufig günstiger als am Morgen.
Keine Panik beim Tanken: Hamsterkäufe führen zu regionalen Preisspitzen. Wer weiterhin normal tankt, kann zusätzliche Preiserhöhungen vermeiden.
Kurzfristige Planung: Wenn möglich, größere Reisen zusammenfassen oder verschieben. Wer flexibel ist, kann teure Tage abwarten. Worauf es jetzt ankommt, ist die Dauer der Sperrung. Eine kurzfristige militärische Drohkulisse lässt die Preise zwar steigen; sie können jedoch ebenso rasch wieder sinken, wenn sich die Situation entspannt.