Die Schufa hat angekündigt, am 17. März 2026 ein neues Score-System einzuführen, das eine grundlegende Veränderung in der Bonitätsbewertung darstellt. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Kritik an der Nachvollziehbarkeit der bisherigen Berechnungsmethoden.
Das neue System wird die Anzahl der Kriterien, die zur Berechnung des Schufa-Scores herangezogen werden, von 250 auf lediglich 12 reduzieren. Diese Kriterien umfassen unter anderem Zahlungsstörungen, den ältesten Bankvertrag, das Alter der aktuellen Adresse sowie die Anzahl der Anfragen für Girokonten und Kreditkarten in den letzten zwölf Monaten.
Verbraucher werden in der Lage sein, ihre Bewertung kostenfrei einzusehen und zu simulieren, wie sich ihre Bonität verändern könnte. Dies soll dazu beitragen, dass die Nutzer besser verstehen, wie ihre finanziellen Entscheidungen ihren Score beeinflussen.
Ein weiteres wichtiges Element des neuen Systems ist, dass die Schufa nicht sofort Daten über Zahlungsprobleme löschen muss, wenn diese beglichen wurden. Dies wurde durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs bestätigt.
Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus Februar 2025 fordert zudem von Auskunfteien, präzise, transparente und verständliche Informationen über gespeicherte personenbezogene Daten bereitzustellen. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Rechte der Verbraucher zu stärken.
Die Schufa hat sich verpflichtet, die Transparenz ihrer Verfahren zu erhöhen, um den Anforderungen der Verbraucher gerecht zu werden. „Wenn man schon all diese Daten sammelt, dann müsste es Aufgabe der Schufa sein, dafür zu sorgen, dass sie korrekt sind“, fügt Gerhards hinzu.
Insgesamt wird das neue Schufa Score-System als ein bedeutender Schritt hin zu mehr Fairness und Nachvollziehbarkeit in der Bonitätsbewertung angesehen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie gut die Umsetzung gelingt und ob die Verbraucher von den Veränderungen profitieren können.