Die Saudi Professional League hat in den letzten Jahren erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen, insbesondere durch den Wechsel prominenter Spieler. Im Jahr 2023 wechselte Cristiano Ronaldo zu Al-Nassr, was die Liga in den Fokus der internationalen Fußballgemeinschaft rückte. Ronaldo, einer der bekanntesten Fußballspieler der Welt, brachte nicht nur seine Fähigkeiten, sondern auch eine enorme mediale Aufmerksamkeit mit sich.
Ein weiterer bemerkenswerter Transfer war der von Jordan Henderson, der ebenfalls 2023 zu Al-Ettifaq wechselte. Henderson spielte zuvor eine halbe Saison beim FC Brentford, wo er in 29 Spielen ein Tor erzielte. Rückblickend äußerte er, dass er „eine andere Entscheidung“ hätte treffen können, was auf die Herausforderungen hinweist, die er in Saudi-Arabien erlebte.
Neymar Jr. hingegen verließ die Liga nach nur sieben Spielen und einem Tor, was Fragen zur Attraktivität der Liga aufwarf. Diese schnellen Wechsel von Top-Spielern zeigen, dass die Saudi Professional League zwar versucht, sich als ernstzunehmende Liga zu etablieren, jedoch mit Herausforderungen konfrontiert ist.
Die Zuschauerzahlen in der Liga sind ebenfalls ein Indikator für deren Popularität. Im Durchschnitt wurden in der vergangenen Saison 7.943 Zuschauer pro Spiel gezählt, während Al-Ettifaq eine durchschnittliche Zuschauerzahl von 7.854 aufwies. Im Vergleich dazu hat die dritte Bundesliga eine durchschnittliche Zuschauerzahl von 11.566, was darauf hinweist, dass die Saudi Professional League noch einen langen Weg vor sich hat.
Saudi-Arabien verfolgt mit der Ausrichtung von Sportveranstaltungen, darunter auch Supercups aus Spanien und Italien, das Ziel, ein positives Image aufzubauen. Diese Strategie ist Teil der „Vision 2030“, die darauf abzielt, das Land durch Sport und Unterhaltung international zu positionieren. Dennoch gibt es Bedenken, dass Saudi-Arabien nicht in der Lage ist, das zu replizieren, was den Fußball in Europa oder Südamerika so besonders macht.
Was Beobachter sagen
Einige Experten haben das Konzept des „Sportswashing“ hervorgehoben, das in diesem Zusammenhang nicht neu ist. Es wird argumentiert, dass Saudi-Arabien versucht, durch den Sport sein internationales Image zu verbessern, während gleichzeitig die Herausforderungen und Probleme im eigenen Land nicht angegangen werden.
Die Liga zeigt einige Spiele sogar auf einem Twitch-Channel, was darauf hinweist, dass sie versucht, jüngere Zuschauer anzusprechen und ihre Reichweite zu erhöhen. Trotz dieser Bemühungen bleibt der Marktwert der Saudi Professional League bei etwa 1.000.000.000, was im Vergleich zu den großen europäischen Ligen eher gering ist.
Insgesamt steht die Saudi Professional League an einem Wendepunkt. Die Anwerbung von Top-Spielern hat zwar kurzfristig für Aufmerksamkeit gesorgt, jedoch bleibt abzuwarten, ob diese Strategie langfristig erfolgreich sein wird. Die Herausforderungen, mit denen die Liga konfrontiert ist, sowie die Reaktionen der Spieler und Fans werden entscheidend dafür sein, wie sich die Liga in den kommenden Jahren entwickeln wird.