Am 26. März 2026 äußerte sich Moritz Schularick, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, zu den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs für Deutschland. Die anhaltenden Konflikte im Iran haben zu einem dramatischen Anstieg der Ölpreise geführt, die im Vergleich zum Jahresanfang um 30 bis 40 Dollar pro Fass gestiegen sind. Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.
Ein Anstieg des Ölpreises um 10 Dollar hat bereits zur Folge, dass die Konjunktur um 0,1 Prozentpunkte leidet. Schularick warnte, dass ein Anstieg von 40 Dollar beim Ölpreis das Wachstum von 1 Prozent auf 0,6 Prozent reduzieren könnte. Dies sind alarmierende Zahlen, die die Fragilität der deutschen Wirtschaft in Zeiten globaler Krisen verdeutlichen.
Deutschland ist in der Lage, Öl und Gas aus anderen Regionen zu importieren, jedoch bleibt die Abhängigkeit von fossilen Energien ein Risiko, insbesondere in instabilen Regionen wie dem Iran. Claudia Kemfert, eine prominente Stimme in der Debatte über Energiepolitik, warnte vor einer fundamentalen fossilen Energiekrise, die durch die aktuellen geopolitischen Spannungen verschärft wird. Sie kritisierte zudem die Energiepolitik von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und forderte dringendere Maßnahmen.
Die Zahlen
Die Auswirkungen der steigenden Ölpreise sind nicht zu unterschätzen. Während der Corona-Pandemie erlebte Deutschland Einbrüche des Bruttoinlandsprodukts von 4 bis 5 Prozent. In Anbetracht der aktuellen Situation könnte eine ähnliche Entwicklung drohen, wenn die Ölpreise weiter steigen. Schularick stellte klar, dass es falsch wäre, wenn der Staat versuchen würde, die Bürger durch Maßnahmen wie eine Spritpreisbremse zu entlasten. „Es wäre falsch für den Staat (…), zu kommen und zu sagen: ‚Ach ne, ist alles nicht so schlimm. Wir nehmen euch das Risiko ab.'“
Die Spritpreise in Deutschland sind bereits stärker gestiegen als in anderen europäischen Ländern, was die Diskussion über die Energiepolitik weiter anheizt. Kemfert kritisierte die oligopolistische Marktstruktur in Deutschland, die es den Anbietern ermöglicht, die Preise zu kontrollieren und die Verbraucher zu belasten. Diese Marktbedingungen könnten in der aktuellen Krise zu einer weiteren Verschärfung der Situation führen.
Die neue Fernlenkverordnung in Deutschland, die auf fünf Jahre beschränkt ist, könnte eine Testphase für autonom fahrende Fahrzeuge darstellen. Volkswagen plant, seinen autonom fahrenden Elektro-Bulli ID. Buzz in Oslo einzusetzen, was zeigt, dass die Automobilindustrie auf die Herausforderungen der Zukunft reagiert. Die Frage bleibt jedoch, ob Deutschland in der Lage ist, mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten.
Die Reaktionen auf die Aussagen von Schularick und Kemfert sind gemischt. Während einige Experten die Warnungen ernst nehmen, gibt es auch Stimmen, die eine Überreaktion befürchten. Details bleiben unbestätigt, aber die Diskussion über die Energiepolitik und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs wird sicherlich weitergehen.