Die Diskussion um die Impfung gegen Dengue-Fieber hat sich in den letzten Monaten erheblich gewandelt. Bislang empfahl die Ständige Impfkommission (STIKO) im Jahr 2023, Reisende ohne vorherige Dengue-Fieber-Infektion von der Impfung auszunehmen. Diese Empfehlung wurde nun von der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin (DFR) in Frage gestellt.
Am 1. Oktober 2023 gab die DFR bekannt, dass Reisende ohne vorangegangene Dengue-Fieber-Infektion nicht mehr grundsätzlich von einer Impfung ausgeschlossen werden sollten. Dies ist eine wesentliche Änderung, die auf neuen Erkenntnissen basiert.
Der Impfstoff Qdenga, ein tetravalenter attenuierter Lebendimpfstoff, wurde im Dezember 2022 von der Europäischen Kommission zugelassen. Die STIKO empfiehlt den Einsatz des Impfstoffs aktuell nur für Personen ab 4 Jahren, die bereits eine laborbestätigte Dengue-Infektion durchgemacht haben.
Die aktuellen Daten zeigen, dass eine einzelne Impfdosis einen vorläufigen Schutz von rund 81 Prozent bietet, was nahezu auf dem Niveau der vollständigen Impfserie liegt. Im ersten Jahr nach der Impfung lag die Schutzrate gegen eine Erkrankung bei über 80 Prozent und bei über 95 Prozent gegen Hospitalisierung.
Prof. Tomas Jelinek, ein führender Experte auf diesem Gebiet, äußerte sich zu den neuen Empfehlungen: „Die aktuellen Daten zeigen, dass die Impfung einen relevanten Schutz bietet und sicher ist – und zwar auch für Personen ohne vorherige Dengue-Infektion.“ Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung der neuen Empfehlungen für Reisende.
Langzeitdaten über mehr als sieben Jahre zeigen kein Sicherheitssignal für ein erhöhtes Risiko schwerer Verläufe durch Antibody Dependent Enhancement (ADE). Dies gibt zusätzlichen Anlass zur Hoffnung, dass der Impfstoff auch bei Menschen mit ersten kognitiven Einschränkungen oder bereits bestehender Demenz positive Effekte zeigen könnte.
In mehreren Studien wurde gezeigt, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken, bei Geimpften um etwa 20 Prozent reduziert war. Diese Erkenntnisse könnten weitreichende Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben.
Die DFR betont, dass die Entscheidung zur Impfung nun auf einer breiteren Datenbasis beruht, die auch seronegative Reisende berücksichtigt. Prof. Jelinek stellte fest: „Dieses Argument war zum Zeitpunkt der Empfehlung 2023 nachvollziehbar – auf Basis der heutigen Datenlage ist es jedoch nicht mehr haltbar.“
Insgesamt zeigt sich, dass die Impfung gegen Dengue-Fieber eine zunehmend relevante Rolle im Gesundheitsschutz von Reisenden spielt. Die neuen Empfehlungen könnten dazu beitragen, das Risiko von Dengue-Infektionen zu verringern und die Gesundheit von Reisenden zu schützen.