Key moments
Vor dem 28. März 2026 war die Rolle der Huthis im Iran-Konflikt von Zurückhaltung geprägt. Obwohl sie als militärisch resilient gelten und über die Fähigkeit verfügen, Raketen einzusetzen und Drohnen abzuschießen, hatten sie sich bisher nicht aktiv in den Konflikt eingemischt. Die Huthis, eine militant-islamistische Bewegung aus dem Norden des Jemen, hatten seit ihrer Machtübernahme in Sanaa im Jahr 2014 keine militärischen Aktionen gegen Israel unternommen, trotz ihrer Verbindungen zu Iran und anderen regionalen Akteuren.
Der entscheidende Moment trat ein, als die Huthis am besagten Datum Israel angriffen. Dies war der erste Angriff dieser Art seit Beginn des Irankriegs. Die Huthis rechtfertigten diesen Schritt mit dem Hinweis auf israelische Angriffe auf die Infrastruktur im Iran, Irak, den palästinensischen Gebieten und dem Libanon. Diese Eskalation stellt einen markanten Wechsel in der bisherigen Strategie der Huthis dar, die zuvor eine passive Rolle im Konflikt eingenommen hatten.
Die unmittelbaren Auswirkungen dieses Angriffs betreffen sowohl die Huthis als auch Israel. Während die Huthis ihre militärische Bereitschaft bekräftigten, um „angemessene Maßnahmen“ zu ergreifen, sollte der Krieg gegen den Iran weiter andauern, sieht sich Israel einer neuen Bedrohung gegenüber. Die Huthis haben in der Vergangenheit mit einer militärischen Intervention im Iran-Krieg gedroht, jedoch blieben sie bis zu diesem Zeitpunkt passiv, im Gegensatz zur libanesischen Hisbollah, die aktiv in den Konflikt eingegriffen hat.
Experten wie Philipp Dienstbier betonen, dass die Huthis in jedem Fall über einen erheblichen Grad an Autonomie verfügen. Diese Autonomie könnte es ihnen ermöglichen, unabhängig von anderen Akteuren im Iran-Konflikt zu agieren. Abdul-Malik al-Huthi, der Anführer der Huthis, erklärte: „Wir bekräftigen unsere Unterstützung für Iran, Libanon, Palästina und die Heiligen Stätten sowie unsere militärische Bereitschaft entsprechend der weiteren Entwicklungen.“
Die Zurückhaltung der Huthis, sich aktiv in den Iran-Krieg einzumischen, wurde zuvor durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Bislang zögerten sie mit ihrem Kampf, aus Angst vor Attentaten auf ihre Anführer, internen Spaltungen im Jemen und Unsicherheiten hinsichtlich der Waffenlieferungen. Diese Unsicherheiten könnten weiterhin eine Rolle spielen, während die Huthis nun versuchen, ihre militärische Position zu festigen.
Ein weiterer Aspekt, der die Situation kompliziert, ist die rechtliche Dimension. Ein 22-Jähriger steht vor dem Oberlandesgericht München wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, nachdem er für die Huthis gekämpft hat. Dies zeigt, dass die Huthis nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in Europa Aufmerksamkeit erregen und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können.
Die Huthis haben seit 2023 im Zuge des Gaza-Kriegs immer wieder Handelsschiffe attackiert, was ihre militärischen Aktivitäten weiter verstärkt hat. Details bleiben unbestätigt, aber es ist klar, dass die Huthis nun eine aktivere Rolle im Iran-Konflikt einnehmen, was die geopolitische Landschaft in der Region erheblich beeinflussen könnte.