Nach einem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius verweigert Kap Verde die Anlegeerlaubnis. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass die Gefahr für die allgemeine Bevölkerung weiterhin niedrig bleibt.
Drei Menschen sind mutmaßlich nach dem Ausbruch gestorben. Einer der Verstorbenen ist ein Deutscher oder eine Deutsche. Drei weitere Personen sind infiziert, darunter ein Passagier auf der Intensivstation in Südafrika.
Die WHO hat betont: „Die Gefahr für die allgemeine Bevölkerung bleibt weiterhin niedrig,“ sagte Hans Kluge, ein Vertreter der WHO. Dennoch müssen die Passagiere an Bord des Schiffs bleiben, um die kapverdische Bevölkerung zu schützen, erklärte Maria da Luz Lima.
Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius darf nicht im Hafen der Hauptstadt Praia anlegen. Das Schiff war von Argentinien auf dem Weg zu den Kap Verde. Die Ursache für die Infektionen ist noch nicht bekannt.
Das Hantavirus wird üblicherweise über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. In Deutschland erkranken jährlich wenige Hundert Menschen an dem Virus. Laut Robert Koch-Institut gab es in den vergangenen 25 Jahren in Deutschland nur einen Todesfall durch Hantavirus.
Die niederländischen Behörden planen, zwei weitere Betroffene medizinisch zu evakuieren. In Deutschland gab es 423 Hantavirus-Fälle im Jahr 2024, während 337 Fälle im Jahr 2023 registriert wurden.
Die Situation bleibt angespannt, da die genauen Umstände des Ausbruchs unklar sind. Hantaviren sind seit den 1950er-Jahren bekannt und können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben.