Vor den jüngsten militärischen Eskalationen im Nahen Osten waren die Gaspreise in Europa relativ stabil. Die Märkte erwarteten eine kontinuierliche Versorgung, insbesondere aus Katar, das rund zwei Drittel des North Field kontrolliert, das 51 Billionen Kubikmeter Gas enthält.
Die Situation änderte sich jedoch dramatisch am 19. März 2026, als Iran Raketen auf Flüssiggasanlagen in Katar abfeuerte. Dies führte zu einem sofortigen Anstieg der Gaspreise in Europa, wobei die Notierung für den Erdgas-Terminkontrakt TTF um über 30 Prozent auf 74 Euro stieg.
Die unmittelbaren Auswirkungen dieser Angriffe waren spürbar. Die Gaspreise in Europa stiegen zeitweise um bis zu 35 Prozent, wobei am Morgen nach den Angriffen ein Anstieg von 22 Prozent auf 66 Euro pro Megawattstunde verzeichnet wurde. Diese Entwicklungen haben die Märkte in Alarmbereitschaft versetzt.
Experten wie Saul Kavonic warnen, dass die Situation zu einem katastrophalen Gaskrisen-Szenario führen könnte. Die militärische Eskalation im Persischen Golf hat nicht nur die Gaspreise in die Höhe getrieben, sondern auch die Stabilität der Energieversorgung in Europa gefährdet.
US-Präsident Donald Trump hat bereits mit einer militärischen Reaktion gedroht, sollte Teheran die Angriffe auf Katars Gasindustrie fortsetzen. Dies könnte die Spannungen weiter verschärfen und die Märkte zusätzlich destabilisieren.
Die genaue Schadensbewertung der LNG-Anlagen in Katar ist derzeit im Gange, und Details bleiben unbestätigt. Die Unsicherheit über die Dauer der Ausfälle und die möglichen Folgen für die Gasversorgung in Europa bleibt bestehen.
QatarEnergy, das 14 Anlagen zur Verflüssigung von Erdgas mit einer Jahreskapazität von 77 Millionen Tonnen betreibt, könnte ebenfalls von den Angriffen betroffen sein, was die globale Energieversorgung weiter unter Druck setzen würde.
In Deutschland sind die Gasspeicher nur zu 20 Prozent gefüllt, was die Situation zusätzlich verschärft. Die Abhängigkeit von Importen aus Krisengebieten macht die europäische Energiepolitik anfällig für externe Schocks.
Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen die fragilen Strukturen der Energieversorgung und die weitreichenden Folgen, die militärische Konflikte auf die globalen Märkte haben können.