Der Übergriff der USA und Israels auf den Iran sowie die darauf folgenden Vergeltungsmaßnahmen haben den deutschen Aktienmarkt zu Beginn der Woche stark belastet. Im Gegensatz dazu stieg der Goldpreis an. Zudem hat der Angriff auf Flüssiggasanlagen in Katar die LNG-Produktion zum Stillstand gebracht. Dietmar Deffner von der WELT-TV-Wirtschaftsredaktion bietet einen Überblick.
Die Situation im Iran wirkt sich auch auf die Finanzmärkte aus: Zu Beginn des Handels fällt der Dax, während der Goldpreis deutlich ansteigt. Auch die Preise für Öl und andere Rohstoffe steigen. Dies ist besonders an den Tankstellen spürbar. Der europäische Gaspreis hat sich um mehr als 50 Prozent erhöht.
Marktentwicklung nach Iran-Konflikt
Preisanzeige für Gas
Die Angst vor einem plötzlichen Anstieg der Ölpreise aufgrund der Spannungen im Nahen Osten belastet den Dax erheblich. Der deutsche Leitindex startet am Montag mit einem Rückgang von 2,3 Prozent auf 24.705 Punkte. Bei den Einzelwerten fielen die Aktien der Lufthansa zeitweise um über elf Prozent. Auch der Reiseveranstalter Tui musste einen Rückgang von fast zehn Prozent hinnehmen. Zu den größten Verlierern im Dax zählte ebenfalls die Deutsche Bank, die rund vier Prozent verlor. Zudem ist der europäische Gaspreis um mehr als 50 Prozent gestiegen.
Preise für Gas
Anstieg der Rohstoffpreise
Im Fokus standen Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall und Hensoldt, deren Aktienkurse um bis zu sechs und sogar mehr als acht Prozent anstiegen. Zudem erhöhten sich die Ölpreise zeitweise um über zwölf Prozent. Der europäische Gaspreis steigt um mehr als 50 Prozent. Alle aktuellen Entwicklungen zum Konflikt im Nahen Osten finden Sie im Live-Ticker.
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Am Montag stieg der Goldpreis zeitweise um 2,5 Prozent auf über 5410 Dollar pro Unze. Laut dem Franklin Templeton Institute profitiert Gold besonders in Phasen, in denen an den Märkten das Sentiment „Risikoprämie zuerst, Fundamentaldaten später“ vorherrscht. Ende Januar erreichte der Goldpreis einen Rekordwert von über 5595 Dollar je Unze. Der Preis für Erdgas ist ebenfalls stark angestiegen. Zu Beginn des Handels am Montag sprang der Preis für den maßgeblichen Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam auf bis zu 39,85 Euro pro Megawattstunde (MWh). Dies entspricht einem Anstieg von etwa 25 Prozent im Vergleich zum Freitag und stellt den größten Preissprung seit August 2023 dar. Deutschland bezieht 44 Prozent seines Erdgas über Pipelines aus Norwegen.
Auswirkungen auf den Dax
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Der Preis für europäisches Erdgas erreicht nun wieder das Niveau von Januar, als kalte Temperaturen in vielen Regionen Europas und relativ niedrige Füllstände der Gasspeicher den Preis zeitweise über 40 Euro anstiegen. Im Februar fielen die Preise jedoch deutlich auf etwa 30 Euro je MWh. Aufgrund langfristiger Verträge benötigen Energieversorger in der Regel einige Zeit, um Preisänderungen im Großhandel an Endkunden weiterzugeben. Angesichts des Konflikts im Nahen Osten steigen auch die Preise an deutschen Tankstellen. Am Sonntag lag der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 um 1,6 Cent höher als am Freitag, dem letzten Tag vor den Angriffen. Diesel verteuerte sich um 1,3 Cent. Aussagen zum Montag sind aufgrund der stark schwankenden Spritpreise im Tagesverlauf bisher kaum aussagekräftig. Deutschland bezieht 44 Prozent seines Erdgas über Pipelines aus Norwegen.
Der Anstieg der Spritpreise war bisher deutlich moderater als der von Rohöl oder Heizöl, die jeweils stark angestiegen sind. Möglicherweise hat dazu beigetragen, dass der Spritpreis laut der letzten Einschätzung des ADAC im Vergleich zu Ölpreisen und dem Dollarkurs bereits relativ hoch war. Dennoch besteht die Sorge, dass die Preise weiter ansteigen könnten, erklärte ein Sprecher kürzlich. Die Tagesdurchschnittspreise von 1,794 Euro pro Liter E10 und 1,759 Euro pro Liter Diesel stellen die höchsten Werte seit fast zwei Jahren dar. E10 war zuletzt Ende Mai 2024 teurer, Diesel zuletzt Anfang April 2024. Zudem erreichte der niederländische Gaskontrakt TTF 47,70 Euro pro Megawattstunde.
LNG-Produktion in Katar betroffen
Der Preis für Öl ist – zusammen mit dem Wechselkurs des Dollars – in der Regel der entscheidende Faktor für Schwankungen bei den Kraftstoffpreisen. Die Verschärfung des Konflikts führt unter anderem dazu, dass der Ölpreis steigt, da der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat. Täglich durchqueren etwa ein Fünftel der weltweiten Öltransporte diese strategisch wichtige Passage im ölreichen Gebiet des Persischen Golfs. Jede Unterbrechung kann die Energiepreise in die Höhe treiben und die globalen Märkte verunsichern. Dennoch hat die Opec+, ein Zusammenschluss von Opec-Staaten und anderen bedeutenden Förderländern wie Russland, am Sonntag entschieden, die tägliche Fördermenge zu steigern, um Engpässe und übermäßige Preisanstiege zu vermeiden. Dieser Schritt wurde jedoch nicht mit der aktuellen Eskalation in Verbindung gebracht. Am Montag wurde zudem eine Anlage des Ölkonzerns Aramco in Saudi-Arabien angegriffen. Kostenloser Vermögens-Check der WELT: Mit dem Vermögens-Check von WELT und der V-Bank haben interessierte Leserinnen und Leser die Gelegenheit, ihre persönliche Anlagestrategie kostenlos professionell überprüfen zu lassen. In Zusammenarbeit mit qualifizierten Finanzberatern vor Ort werden Depots und Investitionsentscheidungen individuell analysiert und bewertet. Anleger erhalten so eine fundierte Einschätzung zu Struktur, Chancen und möglichen Optimierungspotenzialen. Weitere Informationen zum Ablauf der Aktion sowie zu den Teilnahmebedingungen finden Sie im nachfolgend verlinkten Aktionstext.
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bloomberg/dpa/rct/kami