Sogar Konkurrent hat Mitleid: Ferraris Strategiefehler bremst Hamilton aus
Der Formel-1-Sonntag in Spielberg verlief für Ferrari nicht wie erhofft. Trotz Startpositionen auf den Rängen zwei und drei beendeten Lewis Hamilton und sein Teamkollege Charles Leclerc das Rennen auf den Plätzen fünf und acht. Dies stellte eine Enttäuschung dar, nachdem der Rennstall mit viel Rückenwind vom ersten Hamilton-Sieg im Ferrari-Outfit aus Barcelona in die Steiermark gekommen war.
Im Qualifying am Samstag hatten sich Hamilton und Leclerc weit nach vorne geschoben. Hamilton startete hinter dem späteren Sieger George Russell von Mercedes ins Rennen. In Runde elf lieferte er sich ein Duell mit Max Verstappen, wobei Hamilton im Ferrari zunächst die Oberhand behielt, bevor er als erster Top-Pilot in die Box kam. Später äußerte Hamilton Bedenken bezüglich mangelnder Leistung und fiel im Feld zurück.
Strategiefehler und Reifenprobleme
Ein entscheidender Faktor für Hamiltons Rennen war ein Strategiefehler seines Rennstalls. Während die meisten Top-Teams auf eine Zwei-Stopp-Strategie mit härteren Reifenmischungen setzten, schickte Ferrari Hamilton zwischenzeitlich mit weichen Reifen wieder auf die Strecke. Dies führte dazu, dass Hamilton insgesamt drei Stopps einlegen musste und dadurch Positionen verlor.
Fred Vasseur, der Teamchef, räumte den Fauxpas ein. Er erklärte, dass man bei Startpositionen auf P2 und P3 ein solches Ergebnis nicht erwarte und Fehler gemacht wurden. Vasseur führte aus, dass das Team versuchte, gegen Mercedes und Max Verstappen zu kämpfen, obwohl die nötige Pace fehlte. Er sprach von einer Überreaktion bei der Strategie und einem zu starken Beanspruchen der Reifen, was letztendlich zu einem Verlust von Punkten im WM-Kampf führte, auch gegenüber McLaren.
Hamilton selbst sprach ebenfalls die Reifenproblematik an und beschrieb das Auto als schwierig zu handhaben mit jeder Reifenmischung. Er empfand das Rennen als sehr hart, auch aufgrund der extremen Hitze. Obwohl sein Start nicht optimal war, konnte er zunächst attackieren und an Charles Leclerc vorbeiziehen. Doch die Balance des Autos sei auf jedem Reifensatz schwierig gewesen.

Die langsame Performance von Ferrari überraschte sogar die Konkurrenz. McLaren-Pilot Lando Norris zeigte sich schockiert über die Leistung von Ferrari und äußerte sogar Mitleid. Er bemerkte, dass es für Ferrari ein hartes Rennen gewesen sein muss, wenn man auf den Geraden stark pushen muss, aber in den Kurven mit den Vorderreifen nichts ausrichten kann.
Trotz der Schwierigkeiten zeigte sich Hamilton zufrieden mit den gesammelten Punkten und wollte dem Team keine Vorwürfe für die Boxenstopps und die Strategie machen. Er betonte, dass Ferrari einen guten Job gemacht habe. Teamchef Vasseur wies darauf hin, dass die hohen Temperaturen dem Team und dem Auto beim letzten Mal geholfen hatten, diesmal jedoch nicht. Er vermutete, dass das Streckenlayout in Spielberg, mit mehr Stop-and-Go-Passagen, die Traktion beeinflusste und unter diesen Bedingungen möglicherweise alles massiv überhitzt wurde.
Ausblick auf Silverstone
Im Gesamtranking belegt Hamilton nach dem Österreich-GP mit 125 Zählern den dritten Rang, während Leclerc mit 79 Zählern auf Platz sechs liegt. Vasseur betonte die Bedeutung von sauberer Luft im Rennen, was dem Team in Spielberg nicht gelungen sei. Er resümierte, dass Ferrari im Rennen oft zur falschen Zeit am falschen Ort war, was nicht hilfreich war.
Für das kommende Heimrennen von Hamilton in Silverstone werden voraussichtlich kühlere Temperaturen erwartet. Hamilton äußerte seine Vorfreude auf Silverstone und hofft, dass das Auto dort in einer besseren Position sein wird, obwohl die Strecke viele Geraden aufweist, was für Ferrari eine Herausforderung darstellen könnte.
Andere Teams hatten ebenfalls mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Sergio Perez schaffte in Spielberg nur vier Runden, Valtteri Bottas sogar nur zwei. Bottas vermutete, dass Verkehr und höhere Temperaturen zu überhitzten Bremsen führten. Für Alpine war es das erste Mal in diesem Jahr, dass sie ein Wochenende ohne Punkte beendeten. Pierre Gasly musste drei Stopps einlegen, da seine Reifen zu schnell abbauten, und hatte zudem Leistungsprobleme auf den Geraden. Haas landete weit von den Punkterängen entfernt, wobei Oliver Bearman den mangelnden Abtrieb, besonders am Heck, als Hauptproblem identifizierte. McLaren zeigte sich mit den Plätzen vier und sieben zufrieden, obwohl sie noch einige Zehntel hinter der Spitze liegen. Sie planen, in Silverstone kleine Updates einzuführen. Williams hatte ebenfalls keine Chance auf Punkte, und Carlos Sainz schied aufgrund eines Antriebsproblems aus. Max Verstappen zeigte sich zufrieden mit seinem zweiten Platz und betonte, dass er zum ersten Mal das Gefühl hatte, um den Sieg kämpfen zu können, obwohl er in der zweiten Rennhälfte ein Problem am Heck des Autos verspürte.
Die Formel 1 kehrt bereits in der kommenden Woche in Silverstone zurück.
Read Also
Source: n-tv.de