Vor der Rückkehr von Emine Ülker Tarhan zur CHP war die politische Landschaft in der Türkei von Spannungen und Meinungsverschiedenheiten geprägt. Tarhan hatte die CHP am 31. Oktober 2014 verlassen, um die Anadolu Partei zu gründen, nachdem sie mit der Parteiführung über den Präsidentschaftskandidaten uneinig war. In den folgenden Jahren konnte die Anadolu Partei jedoch nur 0,06 % der Stimmen bei den Wahlen im Juni 2015 gewinnen und wurde am 12. Dezember 2015 aufgelöst.
Am 24. März 2026 gab Tarhan bekannt, dass sie nach 11 Jahren und 4 Monaten zur CHP zurückkehrt. Dieser entscheidende Moment wurde von vielen als Rückkehr zu ihrem „baba ocağı“ (Vaterherz) beschrieben, was die tiefe Verbundenheit zu ihrer politischen Heimat symbolisiert. Tarhan erklärte, dass sie zurückgekehrt sei, um die Verantwortung der Partei zu übernehmen und die Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft steht, anzugehen.
In ihrer ersten Rede nach der Rückkehr begann Tarhan mit den Worten: „Mazot 80 lira olmuş, duydum geldim.“ Dies verdeutlicht die Dringlichkeit, mit der sie die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen ansprechen möchte, insbesondere die steigenden Kraftstoffpreise, die die Bürger stark belasten.
Özgür Özel, ein führendes Mitglied der CHP, äußerte sich positiv über Tarhans Rückkehr und bezeichnete sie als „eine respektierte Politikerin und Juristin, die der Partei große Dienste geleistet hat“. Diese Rückkehr wird von vielen als eine Stärkung der CHP angesehen, insbesondere in Zeiten, in denen die Partei nach neuen Impulsen sucht.
Tarhan kritisierte in ihrer Rede auch die globalen Konflikte und deren Auswirkungen auf Kinder, was auf ihre soziale Verantwortung hinweist. Sie betonte die Notwendigkeit, die Vergangenheit nicht zu vergessen und die Kämpfe der Menschen zu würdigen, was auf ihre langjährige Erfahrung in der Politik hinweist.
Die Rückkehr von Tarhan könnte auch als strategischer Schritt der CHP interpretiert werden, um die nationalistische Wählerschaft zurückzugewinnen, die in den letzten Jahren abgewandert ist. Tarhan war zuvor eine prominente Figur im nationalistischen Flügel der CHP und könnte helfen, diese Wähler zurückzugewinnen.
Die Reaktionen auf Tarhans Rückkehr sind gemischt, wobei einige Experten die Notwendigkeit betonen, die Partei zu reformieren, um in der aktuellen politischen Landschaft erfolgreich zu sein. Details bleiben unbestätigt, aber die Erwartungen an ihre Rückkehr sind hoch.
Insgesamt zeigt Tarhans Rückkehr zur CHP, wie dynamisch und wechselhaft die politische Landschaft in der Türkei ist. Ihre Ankündigung könnte weitreichende Auswirkungen auf die zukünftige Ausrichtung der CHP und die politische Debatte im Land haben.