Marktbericht: Anleger ziehen sich von Aktien zurück, eine Verkaufswelle erfasst die Börsen in Europa. Stand: 02.03.2026 • 10:54 Uhr. An den europäischen Märkten sind die Kursverluste erheblich, der DAX fällt um 2,6 Prozent auf 24.638 Punkte. Die Angst vor den Auswirkungen der Krise im Nahen Osten zwingt Investoren in sichere Anlagen – Gold ist erneut stark gefragt.
Die Finanzmärkte zeigen sich schockiert über die Luftangriffe der USA und Israels sowie die Reaktion des Iran. Der DAX fällt im frühen Handel um 2,6 Prozent auf 24.638 Punkte. Auch der französische CAC 40 sinkt um 2,3 Prozent, während der EuroStoxx 50 um 2,4 Prozent nachgibt. Zudem verzeichnen die Hauptindizes in Österreich, der Schweiz und Italien Rückgänge von über zwei Prozent.
Marktentwicklung in Europa
Im Fokus steht nun die Frage, ob der Konflikt regional eingegrenzt werden kann oder ob eine weitere Eskalation bevorsteht, erläutert Salah-Eddine Bouhmidi, Marktanalyst bei IG. "Falls sich die Situation zuspitzt, könnte die Volatilität an den Märkten hoch bleiben, defensive Strategien und Absicherungen könnten dann weiterhin vorherrschen", so der Fachmann.
"Ein langfristiger Konflikt könnte die Ölpreise und die Inflation ansteigen lassen und gleichzeitig die Aktienmärkte unter Druck setzen, während die Renditen von Staatsanleihen möglicherweise fallen", erklärt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.
"In Krisenzeiten ist es ein bekanntes Bild, dass Investoren aus riskanten Anlagen aussteigen und Zuflucht in 'sicheren Häfen' suchen", berichten die Analysten von ActivTrades. "Während die Kurse der Aktien unter Druck stehen, steigen die Preise für Gold und Rohöl erheblich an. Der Dax fiel zudem unter die 21- und 50-Tage-Durchschnittslinien."
Verluste an den Börsen
Im DAX verzeichnen nahezu alle Aktien einen Rückgang. Eine Ausnahme bilden die Papiere von Rheinmetall, die um über vier Prozent steigen. Auch andere Rüstungsunternehmen wie Hensoldt, die im MDAX gelistet sind, erfreuen sich großer Nachfrage. Zudem steigen die DAX-Aktien von RWE ebenfalls. Versorgeraktien gelten als relativ unabhängig von konjunkturellen Schwankungen und zeigen sich daher in Krisenzeiten vergleichsweise stabil. Der MDAX sank um 2,2 Prozent auf 30.863 Punkte.
Die Aktien von Fluggesellschaften und Reiseanbietern brechen weltweit ein. Die Papiere der Lufthansa fallen um fast sechs Prozent. Derzeit sind mehrere wichtige Flughäfen geschlossen. Die Flughäfen in der Golfregion fungieren als zentrale Knotenpunkte für den asiatischen Luftverkehr, was die Verbindungen und Airlines global beeinträchtigt. Die Aktien von Cathay Pacific, Qantas Airways, Singapore Airlines und Japan Airlines verzeichnen ebenfalls erhebliche Rückgänge. Auch die Anteile des Reiseveranstalters TUI verlieren rund sechs Prozent. Zudem verlor der Dax 2,6 Prozent auf 24.638 Punkte.
Die Folgen der Eskalation im Nahen Osten sind auch beim Ölpreis deutlich zu spüren. Die Preise steigen auf den höchsten Stand seit Monaten. Die zentrale Frage für die Weltwirtschaft ist offensichtlich, wie Holger Schmieding, Chefökonom bei Berenberg, anmerkt: "Wird die Straße von Hormus, die am Persischen Golf liegt, für Öl- und Gasexporte länger als ein paar Wochen effektiv gesperrt sein? Wenn ja, könnte das das globale Wachstum beeinträchtigen und die weltweite Inflation erheblich ansteigen lassen", so der Experte.
Sichere Anlagen im Fokus
"Ein fortwährender Anstieg des Ölpreises um 15 US-Dollar pro Barrel könnte die Verbraucherpreise in der Eurozone um nahezu 0,5 Prozent anheben und somit das Wachstum der verfügbaren Einkommen entsprechend dämpfen", erklärte Schmieding. Zudem verlor der Dax 2,6 Prozent auf 24.638 Punkte.
"Die deutsche Wirtschaft wird in der gegenwärtigen Lage als eindeutiger Verlierer angesehen. Die Schließung der Straße von Hormus, die am Persischen Golf liegt, sowie die damit einhergehenden Störungen auf dem internationalen Energiemarkt treffen die deutsche Wirtschaft besonders stark", erklärt Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, in seiner aktuellen Analyse des Marktes.
Es ist insgesamt festzustellen, dass Investoren ihre Portfolios umstrukturieren. Wie in Krisenzeiten üblich, sind derzeit sicherere Anlagen wie Gold oder der Dollar besonders gefragt. Der Goldpreis ist deutlich gestiegen, und die Feinunze wird mittlerweile wieder für über 5.400 Dollar gehandelt.
Reaktionen auf Nahostkrise
Die US-Währung erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit. Dies hat wiederum Einfluss auf die Preise von Öl und anderen Rohstoffen.
Bereits jetzt zeichnet sich an den US-Börsen eine Verkaufswelle ab. Die Futures für den Dow Jones und den breit gefassten S&P 500 verzeichnen einen Rückgang von über einem Prozent. Die größten Kursverluste sind jedoch an der Technologiebörse Nasdaq zu erwarten. Zudem verlor der Dax 2,6 Prozent auf 24.638 Punkte.