In der Sendung ‚Caren Miosga‘ äußerte sich Joachim Gauck zu den politischen Erfahrungen der Ostdeutschen und deren Auswirkungen auf die Demokratie. Er beschrieb die 16 Millionen Ostdeutschen als Menschen mit einem ‚Demokratiedefizit‘, das auf ihre 56 Jahre unter politischer Unterdrückung zurückzuführen sei. Gauck betonte, dass die Ostdeutschen trotz der friedlichen Revolution von 1989 nicht vollständig gelernt hätten, was Demokratie bedeutet.
Gauck zog einen Vergleich zwischen der politischen Situation in Ost- und Westdeutschland und verwies auf die unterschiedlichen historischen Erfahrungen. Seine Aussagen wurden jedoch kritisiert, da sie als eine Form der Pathologisierung der Ostdeutschen angesehen werden. Er sagte: „Die Ostdeutschen seien ‚im Grunde genommen altdeutsch'“ und fügte hinzu: „Und jetzt holen wir das hier im Osten alles nach.“
Ein weiterer Punkt, den Gauck ansprach, war der Aufstieg der AfD, den er nicht nur auf Ostdeutschland beschränken wollte, sondern als Teil eines breiteren europäischen Trends sah. Er äußerte Bedenken hinsichtlich des Zustands des Völkerrechts im Kontext der US-Außenpolitik und kritisierte die politische Ohnmacht Europas auf der Weltbühne.
In einem metaphorischen Vergleich beschrieb Gauck Deutschland als einen „gut genährten Mann mit einem kleinen Bierbäuchlein“, was die militärische und wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands von den USA verdeutlichen sollte. Gauck ist 86 Jahre alt und hat in seinen Äußerungen auch die 73 Prozent der Bürger angesprochen, die den Staat als überfordert wahrnehmen.
Seine Narrative über die Ostdeutschen wurden als bequem für die politische Klasse im Westen beschrieben. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Korrektur bezüglich des politischen Status der FPÖ in Österreich erwähnt. Details bleiben unbestätigt.