Bürstner beendet nach 69 Jahren die Produktion von Wohnwagen. Diese Entscheidung ist Teil der strategischen Neuausrichtung namens „Bürstner Reloaded“. Ab der Saison 2027 wird das Unternehmen nur noch motorisierte Freizeitfahrzeuge herstellen.
Der Grundstein für Bürstner wurde 1958 gelegt, als die ersten Caravans in Einzelfertigung entstanden. In den besten Zeiten produzierte das Unternehmen bis zu 8500 Caravans im Jahr 1977. Der Umsatz im Jahr 1982 betrug beeindruckende 150 Millionen D-Mark.
Die letzte verbleibende Baureihe bis zur Einstellung ist der B66. Hubert Brandl, ein Sprecher von Bürstner, erklärte: „Unsere Entscheidung ist kein Abschied vom Caravan für immer, sondern eine bewusste Fokussierung.“ Dies zeigt, dass das Unternehmen seine Wurzeln im Caravaning nicht völlig aufgeben möchte.
Die Marken LMC, Dethleffs und Eriba innerhalb der Erwin Hymer Group setzen weiterhin auf Wohnwagen. Dennoch hat Bürstner entschieden, sich auf Reisemobile und Camper Vans zu konzentrieren. Die veränderten Bedürfnisse und das Nutzungsverhalten der Kunden seien ausschlaggebend für diese Entscheidung gewesen, so Brandl.
Die Versorgung mit Ersatzteilen sowie sämtliche Serviceleistungen für die Wohnwagen bleibt vollumfänglich bestehen. Das gibt den bestehenden Kunden Sicherheit und zeigt, dass Bürstner seine Verpflichtungen ernst nimmt.
Die Entscheidung zur Produktionseinstellung hat Auswirkungen auf den Markt. Die Caravaning-Branche könnte sich durch diesen radikalen Neustart verändern. Es bleibt abzuwarten, wie andere Hersteller reagieren werden.
Bürstner gilt als Erfinder des Hubbetts und hat somit einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des Caravanings geleistet. Die Entscheidung, die Produktion einzustellen, markiert einen Wendepunkt in dieser Geschichte — nicht nur für Bürstner, sondern auch für die gesamte Branche.