Das Borna-Virus ist seit über hundert Jahren als Erreger der Borna’schen Krankheit bei Tieren bekannt. Es wird hauptsächlich von Feldspitzmäusen übertragen, die das Virus über Kot, Urin, Speichel und Haut ausscheiden. In Deutschland werden jährlich weniger als zehn Fälle von Borna-Virus-Infektionen gemeldet, was die Krankheit zu einer seltenen, aber potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung macht.
Aktuell hat sich ein Mensch im Landkreis Erding mit dem Borna-Virus infiziert. Diese Infektion ist selten, jedoch gibt es Berichte über mehrere Todesfälle in Bayern im vergangenen Jahr, die auf das Virus zurückzuführen sind. Die Übertragung erfolgt vermutlich durch Kontakt mit den Ausscheidungen der infizierten Tiere.
Das Gesundheitsamt Erding steht in engem Austausch mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), um die Infektionsursache zu klären. Der genaue Gesundheitszustand der infizierten Person ist unklar, und die spezifische Infektionsquelle im Landkreis Erding wurde nicht bekannt gegeben. Details remain unconfirmed.
The numbers
Die Krankheit wurde 2018 erstmals als Ursache schwerer Gehirnentzündungen beim Menschen identifiziert. Das Virus verursacht meist tödliche Gehirnentzündungen, und die Krankheit gilt als außerordentlich selten, verläuft jedoch in der Regel lebensbedrohlich. Im Landkreis Tirschenreuth starb eine 57-jährige Person an dem Virus, und in Pfaffenhofen an der Ilm gab es zwei Todesfälle.
Martin Beer, ein Experte auf diesem Gebiet, erklärte: „Zwei Dinge lassen sich festhalten: Zum einen muss der Reservoirwirt vorhanden sein, zum anderen muss nicht überall, wo der Wirt vorkommt, auch Borna auftreten.“ Dies deutet darauf hin, dass die Verbreitung des Virus nicht überall gleich ist, selbst wenn die Feldspitzmaus in der Region vorkommt.
Claudia Fiebrandt-Kirmeyer äußerte sich ebenfalls zu den Risiken: „Direkter Kontakt mit einer BoDV 1-positiven Spitzmaus ist vermutlich gar nicht notwendig und eher die Ausnahme.“ Sie fügte hinzu: „Angesichts der insgesamt geringen Zahl an Infektionen ist das Infektionsrisiko für die Bevölkerung grundsätzlich sehr gering.“
Es gibt Möglichkeiten einer antiviralen sowie einer immunsupprimierenden Therapie, die in Betracht gezogen werden können, falls sich die Situation weiter verschlechtert. Die Gesundheitsbehörden werden die Lage weiterhin genau beobachten und die Bevölkerung über mögliche Risiken informieren.