Überraschende Fifa-Entscheidung – Russland darf wieder mitspielen
Russische und belarussische Nationalmannschaften dürfen nach einer Entscheidung des Weltfußballverbandes FIFA wieder an internationalen Turnieren teilnehmen. Dies betrifft zunächst die kommende U15-Weltmeisterschaft in Aserbaidschan. Die Entscheidung markiert eine teilweise Lockerung der Verbannung russischer Teams aus dem internationalen Fußball, die nach dem Beginn des Konflikts in der Ukraine im März 2022 verhängt worden war. Damals hatten sowohl die FIFA als auch die Europäische Fußball-Union UEFA russische Mannschaften von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen.
Die U15-Weltmeisterschaft, die vom 22. bis 31. Oktober stattfinden soll, wird alle FIFA-Mitgliedsverbände einladen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur schließt diese Formulierung auch die Teilnahme von Russland und Belarus ein. Damit wären theoretisch auch Begegnungen zwischen russischen Teams und Auswahlen des Deutschen Fußball-Bundes möglich. In der U15 spielen Jugendliche, die im entsprechenden Kalenderjahr 14 Jahre alt werden oder bereits sind.
Hintergrund der Entscheidung
Die Rückkehr Russlands auf die Fußballbühne hatte sich in den vergangenen Monaten angedeutet. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte bereits im Februar die Aufhebung des Ausschlusses, zumindest auf Jugendebene, befürwortet. Er argumentierte, dass das Verbot nichts gebracht und nur zu mehr Frustration und Hass geführt habe. Formal erfolgte der Ausschluss nach Kriegsbeginn nicht als direkte Reaktion auf den militärischen Konflikt, sondern aufgrund der Gefährdung der „Integrität des Wettbewerbs“.
Seit dem Ausschluss im März 2022 hatte die russische Männer-Nationalmannschaft weiterhin Länderspiele abseits großer Turniere bestritten und wird in der offiziellen FIFA-Weltrangliste auf Platz 34 geführt. Die Frauen-Auswahl belegt in der Weltrangliste den 27. Platz. Auch im weiteren Sport hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) weitreichende Sanktionen verhängt. Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 und den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo in diesem Jahr durften russische Einzelsportler nur als neutrale Athleten teilnehmen. Dies galt auch für belarussische Sportler, deren Heimatland Russland im Konflikt unterstützt. Die Sanktionen gegen Belarus wurden jedoch zuletzt aufgehoben.

Überlegungen auf europäischer Ebene und zukünftige Turniere
Auch UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte den Ausschluss russischer Jugendteams von offiziellen Wettbewerben mehrfach kritisch hinterfragt und Lockerungen angeregt. Der Slowene begründete dies mit der Befürchtung, dass die junge russische Generation sonst international dauerhaft isoliert würde. Ein Vorstoß im UEFA-Exekutivkomitee scheiterte jedoch am Widerstand anderer Verbände, die Ceferins Initiative kritisierten. Der Deutsche Fußball-Bund hatte sich ebenfalls gegen eine Rückkehr Russlands in den internationalen Fußball ausgesprochen.
Die FIFA lobte Aserbaidschan als Gastgeber für dessen „erstklassige Sport- und sonstige Infrastruktur“. Das Land wird zudem als Co-Gastgeber gemeinsam mit Usbekistan die U20-WM 2027 ausrichten. Die zweite Ausgabe der U15-WM im selben Jahr soll ausschließlich mit Juniorinnen stattfinden. Im Folgejahr sollen dann wieder alle Teams zugelassen werden.

Die U15-Weltmeisterschaft in Aserbaidschan findet vom 22. bis 31. Oktober statt.
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Source: welt.de