„Bei Nagelsmann war es extrem, ein absolutes Desaster“ - FOCUS online
Kritik an Julian Nagelsmanns Amtszeit
Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 äußerten sich Experten kritisch über die Amtszeit des ehemaligen Bundestrainers Julian Nagelsmann. Markus Babbel und Felix Magath bemängelten Nagelsmanns Herangehensweise und fehlende Präsenz. Magath bezeichnete die Entscheidung, Nagelsmann zum Bundestrainer zu machen, als eine „krasse Fehlentscheidung“ und sah ihn als „völlig überfordert“ an.
Babbel hob hervor, dass Nagelsmanns fehlende Präsenz bei Spielen, insbesondere der U19 und U21, sowie bei Top-Spielen in der Bundesliga und international, ein „absolutes Desaster“ gewesen sei. Er betonte, dass das Anschauen von Videos nicht dasselbe sei wie die Live-Beobachtung im Stadion, wo man Dinge sehen könne, die im Fernsehen nicht erkennbar sind. Dies gelte auch für die Klub-Weltmeisterschaft in den USA, wo Nagelsmann die Bedingungen vor Ort hätte prüfen müssen.
Magath kritisierte zudem Nagelsmanns Kaderzusammenstellung und Spielweise. Er führte an, dass die Mannschaft „völlig falsch zusammengestellt und auch völlig falsch auf den Platz geschickt“ worden sei. Magath merkte an, dass Spieler wie Leroy Sané und Jamal Musiala zwar individuell stark seien, aber eher als Einzelspieler agierten und keine Kombinationsspieler seien, die andere in das Spiel einbinden. Er stellte die Frage nach einer klaren Spielidee unter Nagelsmann.
Fehlende Präsenz und Kaderentscheidungen
Babbel schloss sich der Kritik an und verwies auf die vielen unglücklichen Entscheidungen vor der Weltmeisterschaft. Er nannte als Beispiel den Verzicht auf einen gelernten Rechtsverteidiger im WM-Kader und die Festlegung von Joshua Kimmich auf der rechten Abwehrseite statt im Mittelfeld. Babbel betonte, dass es nicht verwunderlich sei, wenn Kritik geäußert werde, wenn solche Entscheidungen scheiterten.
Die Kritik an Nagelsmann wurde von mehreren ehemaligen hochklassigen Spielern geteilt. Babbel merkte an, dass man zumindest zuhören sollte, wenn Persönlichkeiten wie Lothar Matthäus, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller Bedenken äußerten. Magath hatte bereits in der Vergangenheit Nagelsmann kritisch gesehen und seine Meinung zur Europameisterschaft 2024 schnell geändert, nachdem er zunächst Hoffnung hatte, dass Nagelsmann dem DFB neuen Glanz verleihen könnte.
Magath sah die Rettung der Europameisterschaft durch die Rückkehr von Toni Kroos. Er fragte, welche Spielidee die Mannschaft ohne Kroos gehabt hätte, da er selbst keine erkennen konnte. Diese Kritik setzte sich bei der Weltmeisterschaft fort.
Blick in die Zukunft mit Jürgen Klopp
Im Hinblick auf die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft sehen sowohl Babbel als auch Magath Jürgen Klopp als die ideale Besetzung für den Posten des Bundestrainers. Babbel bezeichnete Klopp als den besten deutschen Trainer der letzten 20 Jahre, der Bahnbrechendes in Mainz, Dortmund und Liverpool geleistet habe. Er hob Klopps Kontinuität, Innovation und herausragende Trainerkompetenz hervor.

Babbel betonte, dass Klopp die Erfahrung besitze, die Nagelsmann möglicherweise gefehlt habe, und ein guter Kommunikator sei. Klopp spreche die Dinge klar an und könne gleichzeitig gut mit den Menschen umgehen. Für Babbel ist Klopp als Bundestrainer alternativlos, da ihm niemand einfalle, der seine Qualität erreichen würde. Er würde sich über Klopps Ernennung freuen, da dies eine neue Aufbruchstimmung erzeugen und die Begeisterung für die Nationalmannschaft wieder wecken könnte.
Magath pflichtete bei und sagte, Klopp habe „so viel Erfahrung, dass er von Beginn an allein durch seine Persönlichkeit neuen Schwung reinbringt“. Er hob Klopps kommunikative Fähigkeiten hervor, die Nagelsmann gefehlt hätten. Die deutsche Nationalmannschaft steht nach dem schwachen Abschneiden bei der Weltmeisterschaft vor einem Neuanfang, voraussichtlich unter der Führung von Jürgen Klopp.

Babbel wies auch auf die Notwendigkeit hin, von Topnationen wie Spanien zu lernen, insbesondere im Bereich der Talentförderung. Er erwähnte Pau Cubarsi, der mit 19 Jahren eine bemerkenswerte Weltmeisterschaft spielte und dessen Zweikampfverhalten, Spiel nach vorne sowie Passschärfe und -genauigkeit sensationell seien. Babbel forderte, dass der künftige Bundestrainer sich stärker in die Nachwuchsarbeit einbringen sollte, was er bereits seit Jahren fordert.
Trotz der Kritik an Nagelsmann sprach sich Babbel dafür aus, dass die besten Spieler in die Nationalmannschaft berufen werden sollten, unabhängig vom Alter. Er verteidigte Joshua Kimmich, der seiner Meinung nach eine tolle Saison gespielt und maßgeblichen Anteil am Erfolg des FC Bayern hatte. Wenn Kimmich diese Leistung weiterhin bringe, habe er das Recht, im DFB-Team zu bleiben.
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Source: ran.joyn.de