»Der Druck ist immens« – Englischer Schiedsrichter Anthony Taylor beendet Karriere
Karriereende nach langer Laufbahn
Der englische Schiedsrichter Anthony Taylor, 47 Jahre alt, hat nach der jüngsten Weltmeisterschaft seine Karriere beendet. Er erklärte in einer Stellungnahme, dass das Leiten von Spielen auf höchstem Niveau ein enormes Privileg gewesen sei. Gleichzeitig betonte er den immensen Druck und die allgegenwärtige öffentliche Beobachtung, die mit dieser Rolle einhergehen.
Taylor sieht den jetzigen Zeitpunkt als richtig an, um einen Schritt zurückzutreten und sich auf den nächsten Abschnitt seiner Karriere zu konzentrieren. Seine Laufbahn als Profischiedsrichter begann im Jahr 2006. In dieser Zeit leitete er über 800 Spiele, darunter Begegnungen in der englischen Premier League, in europäischen Vereinswettbewerben sowie bei großen internationalen Turnieren.
Sein letztes Spiel war am 6. Juli, als Spanien mit 1:0 gegen Portugal gewann.
Kontroverse Entscheidungen und Reaktionen
Besonders deutsche Fußballfans erinnern sich an Taylors Einsatz beim EM-Viertelfinale 2024 zwischen der DFB-Auswahl und Spanien. Bei einem Spielstand von 1:1 in der Verlängerung übersah Taylor ein Handspiel von Marc Cucurella im Strafraum. Spanien gewann die Partie schließlich mit 2:1 durch ein Tor von Mikel Merino, und die DFB-Auswahl schied aus dem Turnier aus. Die UEFA räumte später den Fehler des Unparteiischen ein.

Auch im Jahr 2023 stand Taylor im Mittelpunkt von Diskussionen. Er pfiff das Finale der Europa League, in dem die AS Rom im Elfmeterschießen gegen den FC Sevilla unterlag. Der damalige Trainer der AS Rom, José Mourinho, äußerte sich nach dem Spiel kritisch über Taylor und bezeichnete ihn als „Schande“. Während des Spiels musste Taylor insgesamt 14 Gelbe Karten verteilen, eine davon erhielt Mourinho in der Verlängerung.
Nach dem Europa-League-Finale mussten Taylor und seine Familie von Sicherheitskräften begleitet werden, da aufgebrachte Fans der AS Rom ihn beschimpften und Gegenstände in seine Richtung warfen. Taylor beschrieb diese Situation später als die „schlimmste Situation“, die er in seiner Karriere erlebt habe.

Umfangreiche internationale Erfahrung
Neben seinen Einsätzen bei der WM 2026 war Taylor auch bei der WM 2022 sowie den Europameisterschaften 2020 und 2024 aktiv. Im Europacup trug er bei drei Finalspielen die Verantwortung, darunter beim UEFA-Super-Cup im Jahr 2020, als der FC Bayern auf den FC Sevilla traf. Insgesamt leitete er 831 Spiele, davon 163 Länderspiele.
Bei der Europameisterschaft vor sechs Jahren erhielt Taylor Lob für seinen Umgang mit dem Zusammenbruch von Christian Eriksen. Die Entscheidung, seine Karriere zu beenden, erfolgte nach über 20 Jahren im Profifußball.

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Source: spiegel.de