Hitzlsperger nennt gleich drei Spieler "ekelhaft"
Eskalation nach dem Schlusspfiff
Das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien, das Spanien mit 1:0 nach Verlängerung gewann, hatte ein Nachspiel, das in der Fußballwelt für Empörung sorgte. Nach dem Abpfiff kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen mehreren argentinischen Spielern und ihren spanischen Kontrahenten. Diese Szenen führten zu scharfer Kritik von prominenten deutschen Fußballexperten und einer Untersuchung durch die FIFA.
Ein Auslöser der Auseinandersetzungen war Nahuel Molina, der den spanischen Kapitän Rodri schlug. Daraufhin eilte Eric Garcia seinem Teamkollegen zu Hilfe, wurde jedoch von einem Spieler von Atlético Madrid zu Boden gestoßen. Anschließend stürmte Leandro Paredes auf Garcia zu, packte den Abwehrspieler am Hals und stieß ihn zu Boden.
Die Situation eskalierte weiter, als Thiago Almada den spanischen Spieler Gavi zu Boden riss. Paredes griff daraufhin den FC Barcelona-Star Gavi an, schlug ihm ins Gesicht und stieß ihn erneut zu Boden. Auch Argentiniens Ersatztorwart Geronimo Rulli verpasste Garcia einen Bodycheck, und Co-Trainer Roberto Ayala soll Dani Olmo geschlagen haben.

Kritik und Forderungen nach Konsequenzen
Der deutsche Vize-Weltmeister Dietmar Hamann forderte drastische Strafen für die beteiligten argentinischen Spieler. Er schlug vor, die Spieler sechs oder zwölf Monate, möglicherweise sogar ein Jahr, zu sperren. Hamann äußerte, dass die Argentinier durch ihr Verhalten viele der Sympathien, die sie sich erspielt hatten, größtenteils durch Lionel Messi, zerstört hätten.
Noch deutlicher fiel die Kritik von Thomas Hitzlsperger aus, der die argentinischen Spieler als „ekelhafte Sportler“ bezeichnete. Er betonte, dass es im Fußball um Emotionen gehe, aber bestimmte Grenzen nicht überschritten werden dürften. Hitzlsperger sprach von einer „ekelhaften Art und Weise“, wie sich die Spieler verhalten hätten.
Interessanterweise äußerte sich der spanische Spieler Gavi, der selbst in die Vorfälle verwickelt war, überraschend milde. Nach seiner Rückkehr nach Spanien sagte Gavi, er glaube nicht, dass die argentinischen Spieler gesperrt werden sollten. Er räumte ein, dass dies kein gutes Vorbild sei, aber dass es auch eine gewalttätigere Seite des Fußballs gebe und dass dies zum Spiel gehöre.
FIFA-Ermittlungen und Reaktionen
Die FIFA hat aufgrund der Vorfälle nach dem Endspiel eine Untersuchung eingeleitet. Die Disziplinarkommission des Weltverbandes hat einen Disziplinar- und Ethikermittler ernannt, um mögliche Verstöße gegen den FIFA-Disziplinarcode zu untersuchen. Welche Sanktionen drohen, ist noch offen, aber Sperren könnten die Folge sein.
Bereits während des Spiels waren zahlreiche argentinische Spieler durch Nickligkeiten, Schubser und Provokationen aufgefallen. Paredes erhielt nach seiner Einwechslung in der Halbzeitpause umgehend eine Gelbe Karte, was ihn jedoch nicht davon abhielt, weiter zu foulen. Enzo Fernandez musste nach einem Foul an Pau Cubarsi in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot den Platz verlassen. Insgesamt sammelte Argentinien sechs Verwarnungen, während Spanien ohne eine einzige Karte blieb.
Im Halbfinale gegen England hatte Argentinien ebenfalls eine harte Gangart gezeigt, die von England-Trainer Thomas Tuchel kritisiert wurde. Trotz der anfänglichen Berichte über eine Rote Karte für Paredes nach dem Spiel, stellte die FIFA später klar, dass im offiziellen Spielbericht nur eine Gelbe Karte aus dem Spiel gegen ihn vermerkt ist und keine disziplinarischen Maßnahmen nach dem Abpfiff ergriffen wurden.
Die spanischen Weltmeister reagierten auf die Geschehnisse mit Humor. Bei den Feierlichkeiten in Madrid präsentierten die Spieler ein Plakat mit der Aufschrift „Velada del año (Kampf des Jahres): Paredes vs Gavi“, eine Anspielung auf die Attacken des Argentiniers.

Die Ermittlungen der FIFA könnten sich neben Paredes auch gegen Nahuel Molina und Co-Trainer Roberto Ayala richten. Die FIFA teilte am Montag mit, dass die Disziplinarkommission des Weltverbandes einen Disziplinar- und Ethikermittler ernannt hat, um mögliche Verstöße gegen den FIFA-Disziplinarcode im Zusammenhang mit den Vorfällen nach dem Spiel zu untersuchen.
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Source: web.de