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Haltet an Euch – edler Recke und holde Maid, der Weg ist noch weit

So oder so ähnlich könnte jemand im Mittelalter gedacht haben, wenn er dieses Set gebaut hätte

https://www.modbrix.de/products/modbrix-9016-bausteine-burg-mittelalterliche-ritterorden-burg-1135-klemmbausteine

Da alles was mit Mittelalter zu tun hat, mein Interesse weckt, habe ich mir dieses Modbrix-Set zugelegt und (nur für euch 😉 ) geguckt, ob es auch was taugt.

Die Meinungen zu Modbrix gehen ja auch weit auseinander. Also bin ich kurz nach erscheinen des Sets nach Bellheim in deren Lagerverkauf gedüst und habe mir diese Burg gekauft. Direkt vor Ort war das Ganze dann noch etwas günstiger als gedacht und es wurde mir eine Extra-Tüte beigelegt, auf die ich dann später noch eingehen werde.

Fakten zum Set

Marke: Modbrix
Preis: 69,95€
Größe(BxLxH): 34x38x25cm
Steineanzahl: 1135
Minifiguren: 4
Klemmkraft: gut

Der Karton

Der Karton hält keine größeren Fragen bereit. Neben den üblichen Angaben wie Artikelnummer, Altersangabe und Teileanzahl gibt es sowohl auf der Vorder- wie auch Rückseite ein Bild der Burg und deren „Inhalt“. Es wird darauf verwiesen, dass das Set in Deutschland von Florian W. designt wurde.

Eines nehme ich mal gleich vorweg: Die Altersangabe mit 6+ kann man getrost aus seinem Gedächtnis streichen. Selbst mir, als geübter Noppensteinbauer, hat das Set des öfteren einen rauchenden Kopf bereitet. Also würde ich hier lieber die Messlatte auf 16+, wenn nicht sogar auf 18+ setzen. Für den Noppensteinanfänger ist dieses Set gänzlich ungeeignet. Es ist sehr viel Eigenleistung zu erbringen und das erfordert das eine oder andere Mitdenken. Also wäre eine gewisse „Erfahrung“ von Vorteil.

Das Set

Jetzt den Karton geöffnet und die Tüten entleert.

Insgesamt 24 Bautüten erblicken das Licht der Welt. Dazu kommt die vorher erwähnte „Extra-Tüte“. Die Bauanleitung, die etwas sportlicher ist, ist in gedruckter Form dabei. Diese beinhaltet 22 Seiten mit 75 Bauschritten. In eben jener ist es etwas schwierig die genaue Farbe zu erkennen. Meistens ergibt es sich durch die Teile. Die Tüten haben keine!! Bauschrittunterteilung. Also heißt es, alles auskippen, grob vorsortieren und möge der (ich benutze jetzt bewusst nicht „Bauspaß“) Geduldigere gewinnen. Die oben links eingekreiste „Extra-Tüte“, beinhaltet zusätzliche Teile und eine „Bauanleitung“ mit Verbesserungsvorschlägen. Diese deckt einige, in meinen Augen, grobe Baufehler ab, aber auch eben nicht alle. Daher wäre es zusätzlich von Vorteil, einen kleinen zusätzlichen Noppensteinfundus, sein Eigen zu nennen. Ich kann jetzt nicht sagen ihr braucht diese und diese Steine in der und der Anzahl aber ihr solltet hauptsächlich 1×2, 2×2, 2×3, 2×4 oder sogar 2×6 Bricks, egal in welcher Farbe, zur Hand haben – Dunklere Farben wie Dark Bluish Grey, Reddish Brown und Schwarz würde ich persönlich bevorzugen, sonst endet man wie beim dänischen Hersteller bei unnötiger „Farbseuche“. Diese zusätzlichen von Euch gespendeten Bricks, solltet ihr immer während des Baus verwenden, wo ihr (wenn ihr mitdenkt) bemerkt: „Dort könnte noch etwas ergänzt werden.“ WICHTIG!!! Dies ist nur ein Tip von mir und nicht überlebenswichtig für die Burg. Weiterhin gilt hier, dass man unbedingt die zusätzliche Bauanleitung mit den Verbesserungsvorschlägen beachtet. Sonst wird dieser Bau euer Endgegner werden. (Schaut dazu mal das YouTube Video von Thorsten an, das ich am Ende verlinken werde. Dort bezieht auch in den Kommentaren der Designer Stellung. Das hilft, die eine oder andere Sache zu verstehen.) Von Vorteil ist es auch, immer mal wieder 2-3 Bauschritte vorrauszuschauen, um eventuelle Unklarheiten, die kommen werden, zu beseitigen.

Desweiteren sind im Set 4 Minifiguren enthalten, die man am Ende zusammensetzen muss. Dabei handelt es sich um Ritter mit Schild und Speer. Die Burg scheint in milderen Gefilden gestanden zu haben, da die Ritter sehr kurze Hosen tragen und ärmelfrei unterwegs sind. 😉

Der Aufbau

Also fangen wir an zu bauen:

Als erstes werden die 6!! Trans-Dark Blue 16×16 Plates zu einer Grundplatte zusammengesetzt. Diese 6 Plates waren bei mir komplett verzogen, was sich bei mir während des Bebauens dann doch nicht so sehr bemerkbar gemacht hat, aber für die eine oder andere „Baulücke“ sorgte. Daher von mir der Tip: z.B. bei unserem Partner das folgende Teil zu besorgen und diese mit 2 der mitgelieferten 16×16 Trans-Dark Blue Plates, zu ergänzen.

https://www.steinehaus.de/p/open-bricks-ob-p32tb-stackable-baseplate-32-x-32-noppen-transparent-blue

Hier seht ihr die Plates und das dann auftretende nächste Problem: Die Felsensteine sind das Außenmaß der Burg. Wie ihr unschwer erkennen könnt, ist dort viiiiiiiiel Luft. Das eigentliche Problem ist, dass diese Felsenelemente und einzelnen Unterbauten mit Plates der verschiedensten Größen, überbaut werden müssen. Wie das endet könnt ihr Euch sicher gut vorstellen. Manche Plates „hängen“ praktisch in der Luft und haben kaum Halt, um später dann von oben Druck ausüben zu können. Ich habe dann, als es daran ging die Plates aufzusetzen (siehe nächstes Foto), diese während des Baus, an den betroffenen Stellen, mit Steinen aus meinem Fundus verstärkt bzw. unterbaut, damit das Ganze die entsprechende Stabilität bekommt. Darauf wird auch in der zusätzlichen Anleitung hingewiesen und das sollte besser beherzigt werden.

So sieht der überbaute Felsenuntergrund aus. Ich denke ihr könnt jetzt in etwa nachvollziehen, warum ich meinte, ihr solltet ein paar Teile zur Hand haben. Was ohne den verstärkten Unterbau passiert kann sich wohl jeder bildhaft vorstellen. Desweiteren müsst ihr auch etwas mehr Druck ausüben, um die Plates übereinander zu bauen. Ein bekanntes Phänomen: Je mehr Noppen miteinander verbunden werden müssen, desto mehr Kraft muss man aufwenden. Mit der eigens angefertigten „Verstärkung“, ist das Ganze dann sehr solide.

Als nächstes beginnt man, wie unschwer zu erkennen, mit dem Bau der eigentlichen Burg. In der Anleitung werden erst komplette Abschnitte der Burg „vorgebaut“ und später dann im „Ganzen“ auf das Felsenplateau aufgesetzt. Genauer werden einzelne Mauern und dergleichen in mehren „Einzelabschnitten“ gebaut und dann zusammengesetzt, um danach auf die Plates gesetzt zu werden. Aus Erfahrung kann Ich sagen, dass das in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt ist. Also lieber auf der „Platte“ bauen bzw. die kleinen einzelnen Schritte vorbauen und dann auf die Platte setzen. Auf dem Bild sieht man das Set mit Stand von Seite 12 bei Bauschritt 16. Zu sehen sind der Nebenturm, mit seinen schönen dargestellten Erkern, Teile des Nebenhauses, ein Brunnen, Fässer und ein paar Hühner.

Als nächstes wird das Nebenhaus samt Dach gebaut. Wie ihr unschwer erkennen könnt, sind die Dachslopes nicht gerade von bester Qualität, aber für ein Gebäude aus dem Mittelalter ausreichend. Sagen wir so: Mich hat es nicht gestört.

Nach dem Aufbau des Nebengebäudes, sieht das ganze schon nach einer richtigen Burg aus. Dieses Gebäude ist natürlich nicht gerade stabil, aber wenn man es dann, wie im Bild, aufgebaut hat, bekommt das Ganze den nötigen Halt. Hier sieht man auch schon eine der ersten Farbabweichungen des Sets. Wie man sieht ist der Arch überhalb des Tores in Tan statt Dark-Tan. Warum das so ist? Tja da müsste man nachfragen. Ich kann darauf keine Antwort geben. Auf dem Karton sind diese in Dark-Tan dargestellt. Ob es ein Packfehler ist, bleibt zu vermuten. Aber auch andere haben dieses Problem.

Das ganze hat natürlich auch eine Rückseite, die bespielt werden kann. Wenn Ich ehrlich bin möchte ich das aber nicht unbedingt ausprobieren….

Im nächsten Schritt wird der eigentliche Burgturm gebaut. Dieser ist in 3 Einzelsegmente unterteilt und sollte nach und nach gebaut werden. WICHTIG!!! Beim Bau des Turms sollte zwingend die zusätzliche Anleitung beachtet werden, ansonsten werdet ihr eure Burg mit manchem Fluch belegen.

In der Rückansicht sind diese 3 Ebenen gut ersichtlich. Diese müssen jeweils mit einer 4×6 Plate unterfüttert werden, um die Stabilität zu verbessern. Diese sind in der Extra-Tüte mit enthalten.

Auf Seite 14 bei Bauschritt 31 angekommen, wird das Haupthaus und ein weiteres Felsenteil gebaut. Auch hier wieder der Rat, die einzelnen Abschnitte auf der Platte zu bauen. Das Ganze ist, schon von der Optik her, sehr gelungen. Die „zwischengebauten“ Mauersteine ergeben eine homogene Verbindung.

In der Rückansicht kann man schön die einzelnen Räumlichkeiten erkennen. Ebenso ersichtlich ist, das das Haupthauses modular wird.

Als nächstes kommt das Dach auf das Haupthaus. Hierzu wieder ein Tip von mir, der auch so in der zusätzlichen Anleitung steht: Wie ihr seht sind auf dem Bild einige Slopes verbaut. Es empfiehlt sich auch diese Slopes, und die folgenden, mit ein paar zusätzlichen Steinen, zu unterfüttern. Ansonsten wird Euch das Ganze immer wieder einbrechen.

Hier das fertige Dach. Und wie ihr leider seht sind auch dort gravierende Farbunterschiede bei den Dachziegeln zu sehen – was aber für mich bei einem mittelalterlichem Gebäude zu verschmerzen ist. Ihr seht auch das der Dachfirst, nach Anleitung gebaut, ein anderer als auf dem Karton ist. Ich habe mir noch 2 1×2 Bricks in Mauersteinoptik genommen und nach Kartondesign umgebaut.

Mit aufgesetztem Dach aus allen möglichen Perspektiven. Gerade in der Vorderansicht sind die Farbunterschiede zu erkennen.

Zum Abschluß wird dann noch ein bisschen „Grünzeug“, auf der linken Seite das Gefängnis und die Minifiguren gebaut.

Hier eine der gebauten Minifiguren, von denen 4 im Set enthalten sind.

Der Blick in den Innenhof. Hier erkennt ihr die diversen Farbunterschiede. Zum einen beim Gefängnisdach links und der Arch über dem Eingangstor.

Abschließend die fertige Burg in der Rückansicht.

FAZIT

Eine Burg die ihrem Namen alle Ehre macht und ein bisschen Spielwert bietet. Das Design vom Florian ist sehr gelungen und das Preis/Leistungs-Verhältnis passt. Natürlich ist das ganze nicht mit dem dänischen Riesen zu vergleichen, man vergleicht ja auch nicht Äpfel mit Birnen. Dieser Vergleich würde von vornherein hängen. Auf viele Sachen, auf die ich hinweise, geht der Designer beim Video von Thorsten ein.

[embedyt] https://www.youtube.com/watch?v=t3V3QMtNmJA[/embedyt]

Ich persönliche hätte mir gewünscht etwas mehr Zeit in die Entwicklung zu stecken und dann 40-50 Teile mehr im Set unterzubringen. Da hätten die meisten auch gerne 10€ mehr bezahlt – würde ich mal behaupten. Wer aber des stupiden 08/15-Bauens überdrüssig ist, sollte bei diesem Set unbedingt zugreifen. Hier ist Mitdenken gefordert und es ist viel Raum zur Umsetzung eigener Ideen. Denkt bitte auch an die zusätzlichen Steine zum Ergänzen des Sets. Nochmals sei darauf hingewiesen das die Altersangabe 6+ für die Katz ist. Man sollte schon ein erfahrener Noppensteinbauer sein. Für den aufgerufenen Preis ist das ganze aber auch ein respektabler Teilespender. Und habt ihr einen nicht so weiten Weg nach Bellheim, dann fahrt dort vorbei und ihr bekommt die Burg auch noch etwas günstiger. Auf jeden Fall würde ich die Burg wieder kaufen, weil sie am Ende wirklich gut in ein mittelalterliches Diorama passt.

Alles in allem würde ich, aufgrund der genannten Schwächen, eher eine Kaufempfehlung für erfahrene Noppensteinbauer aussprechen.

About Stefan Lorenzen

Stefan Lorenzen

Autor

Noppenstein verrückt bin ich seit etwa 3 Jahren. Auch in meiner Kindheit hatte ich Lego im Kinderzimmer. Was dann aber über die Jahre in der Familie weitergegeben worden ist. Nach etlichen Jahren hat mich dann meine Frau wieder zu den Noppensteinen gebracht. Dann probierte ich die Alternativ Hersteller aus und baue seitdem so ziemlich alle Firmen. Mein Gebiet ist Architektur, Modulars und Mittelalter.
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