Jeder von uns träumt vom großen Erfolg. Manche schaffen es mit Streams, YouTube-Videos, Bildern die er/sie malt, oder mit dem Schreiben von Texten. Was alle gemeinsam haben, ist das Ausdrücken der eigenen Kreativität. So auch in unserer Szene. Wir nennen solche Leute MOCer/-innen. Doch was genau ist ein MOC? Das Wort MOC steht ganz einfach für „My Own Creation“ (Meine Eigene Kreation) und beschreibt das Planen und das Bauen von eigenen Modellen aus Klemmbausteinen. Diese MOCs reichen von ganz einfachen Dingen wie z.B. Lichtschwertern (in den 80ern haben wir Hebel genommen und Trans-Antennen aufgenoppt), über komplexere Technikmodelle und Staturen, bis hin zu detailreichen Fahrzeugen und/oder Häuser und Modularbuildings.

Einer dieser MOCer ist René, der Community bekannt als de_brickbuur, der es geschafft hat mit seinem MOC „Ländliche Ruine“ soviel Erfolg zu bekommen, dass er es jetzt sogar verkauft. In unserem Interview stand er uns Rede und Antwort.

Das Interview

Das war schon in meiner Jugend ein Thema was niemand verstanden hat. Ich habe die Sets aufgebaut und sie gleich wieder auseinander genommen um etwas neues zu bauen.

Sven: Hallo René. Es freut mich dass wir heute zusammen gekommen sind.

René: Ich freue mich auch, vor allem an dem großen Interesse an mir und meinem MOC.

Sven: Das glaube ich Dir aufs Wort. Aber das ist auch klar, schließlich schafft es nicht jeder einen MOC zu machen bei dem die Community sagt: „Das muss ich unbedingt haben!“

René: Dass habe ich vor allem auch bei Instagram gemerkt. Das Bild meiner Ruine hat zur Zeit 1700 Likes, dass hätte ich so nie erwartet.Sven: Du baust Deine MOCs aus alternativen Klemmbausteinen, aber wie kamst Du eigentlich zu den Klemmbausteinen und den Alternativen?

René: Ich habe wie viele mit Lego angefangen und es hat irgendwie nie aufgehört bei mir. Intensiver wurde es natürlich wieder als meine Kinder geboren wurden. Zu den anderen Herstellern bin ich über Steingemachtes aka Thorsten Klahold gekommen. Ich habe seine Videos verfolgt und so wurde mein Interesse geweckt. Und dann kam BlueBrixx. Und so konnte man für „nen Appel und nen Ei“ günstige Steine kaufen. Deswegen bin ich dann vor circa 2,5 Jahren auf die anderen Hersteller umgestiegen, auch wenn ich am Anfang etwas skeptisch war. Man kannte es halt nicht. Von Lego nehme ich heutzutage eigentlich nur noch die Figuren, da diese noch recht interessant sind.

Sven: Welche Steine nutzt Du für Deine MOCs?

René: Hauptsächlich nutze ich GoBricks-Steine, da man dort ganze Sets bestellen kann, aber am wichtigsten ist es mir, dass sie gut klemmen. Und da GoBricks circa 80% der Steine hat, die es bei Lego gibt, bin ich in meiner Kreativität nicht mehr eingeschränkt. Ich bestelle meine GoBricks-Steine über einen Bekannten, aber ich bin auch ein richtiger Schlachter.

Sven: Was meinst Du mit Schlachter?

René: Da mich das sture Aufbauen nach Anweisung nicht interessiert kaufe ich mir Sets mit Steinen die mir gefallen und nehme diese dann auseinander um sie schlußendlich in meine MOCs zu integrieren. Leider haben viele dafür kein Verständnis.

Ich bin halt durch und durch ein richtiger MOCer und es ist mir wichtig dass es klemmt.

Sven: Und seit wann MOCst Du?

René: Eigentlich schon immer, würde ich sagen. Ich habe schon als Kind Sets gleich nach dem Aufbauen auseinander genommen und mir was eigenes daraus gebaut. Das ist selbstverständlich nicht zu vergleichen mit dem was ich heute mache. Ich würde sagen ich bin einfach in das Ganze rein gewachsen und habe dann eben MOCs für mich selber gemacht. Vor zwei Jahren habe ich dann über Freunde aus der Szene von Studio (heute: BrickLink-Studio) erfahren. Und weil ich da durch noch mehr Möglichkeiten hatte, war das der Anfang meiner MOCer-Karriere. Ich tue mich immer etwas schwer damit „bunt“ zu bauen und Studio gibt mir die Möglichkeit jeden Stein in jeder Farbe zu bekommen.

Sven: Wieso sagst Du eigentlich immer andere Hersteller und nicht alternative Hersteller?

René: Ich habe mich irgendwann bewusst dazu entschieden „andere Hersteller“ zu sagen, da es mir egal ist was auf der Noppe steht. Außerdem klingt alternative Hersteller für mich sehr abwertend.

Sven: Was uns interessiert ist, wie Du auf die Idee zu Deinem MOC gekommen bist.

René: Viele meiner Ideen entstehen durch meinen Freundeskreis, oder wenn mich z.B. jemand bei Instagram anschreibt und fragt ob ich ihm einen etwas entwerfen kann. Ich habe für mich meistens Modular-Buildings gemacht und habe gemerkt, dass es die Leute meistens nicht interessiert. Und so habe ich mich dazu entschieden mehr auf die Leute einzugehen. Irgendwann schrieb mich ein Bekannter an und fragte mich ob ich ihm eine Ruine entwerfen könnte. Zu erst meinte ich zu ihm, dass Ruinen gar nicht mein Thema sind und schob es erst mal nach hinten. Aber irgendwann entwarf ich dann ein halbes „heiles“ Haus und habe angefangen es immer weiter kaputt zu bauen. Mit jedem Zwischenstand schickte ich meinem Bekannten Bilder und stimmte es so mit ihm ab, bis es fertig war.

Sven: Und jetzt die Frage der Fragen. Wer hat Dich eigentlich auf die Idee gebracht Deinen MOC zu vermarkten?

René: Die Bilder meines MOCs haben auf Instagram über 26000 Sichtungen und 1700 Likes und das ist für meine Verhältnis überragend. Und weil ich so erfolgreich war, haben mich viele Händler aus Deutschland kontaktiert. Leider sind wir nie wirklich auf einen Nenner gekommen.

Sven: Was war denn das größte Problem mit den Händlern?

René: Ich hätte halt zu viel an meinem MOC abändern müssen und dass wollte ich logischer Weise nicht. Und so bin ich irgendwann dann mit Nicklas von MunichBricks zusammen gekommen. Ich habe ihn dann gefragt was er davon hält und er meinte: „Wir können es gerne zu deinen Konditionen probieren.“

Für mich müssen Backsteine in Medium-Nougat sein und nicht Dark-Orange, so wie bei z.B. BlueBrixx.

Sven: Hast Du noch mehr MOCs in diese Richtung geplant?

René: Die Ruine war eigentlich als Diorama geplant. Deswegen ist sie hinten auch offen. Ich habe mir dann mit meinem Freund haraday.bricks eine Geschichte überlegt, die dann im Shop von Munichbricks veröffentlicht wurde. Und als die Geschichte dann veröffentlicht wurde, machte die Ruine in meinen Augen als Diorama gar keinen Sinn mehr. Auch Nicklas meinte dann zu mir „Coole Story, aber wie geht es jetzt weiter?“ Also habe ich mich an Studio gesetzt und weiter entwickelt. Und so wurden dann aus einem Modul ganze acht. Jetzt kann man die ganze Geschichte auf insgesamt 64 x 64 Noppen aufbauen und sich seine ganz eigene Geschichte weiter spinnen.

Sven: Das klingt absolut genial. Ich ziehe meinen Hut vor euch und den Schritt den ihr gegangen seit und dass ihr nicht eingeknickt seit und aufgegeben habt.

Rene: In erster Linie bin ich Nicklas von MunichBricks dankbar, dass er den Schritt mit uns gegangen ist: denn das größte Risiko liegt bei ihm. Er ist der Geldgeber und organisiert den Vorverkauf. Normalerweise bestellt man sich ja sein Set und hat es innerhalb von drei Tagen, aber jetzt bestellt man meine Ruine und bekommt sie frühestens im Januar. Und deswegen hängt alles an meiner Ruine. Verkauft sie sich gut, dann verlegen wir die anderen sieben Module nach und nach. Wenn alles glatt läuft, dann werden wir die Ruine auch in anderen Shops verkaufen.

Eine Studio-Datei ist zwar schön, aber man kann sie nicht anfassen…

Sven: Was würdest Du Anderen empfehlen die den gleichen Schritt gehen möchten wie Du?

René: Ganz wichtig ist es nicht nur in Studio den MOC zu planen, sondern den eigenen MOC auch zu bauen und zu zeigen, dann erst werden die Leute darauf aufmerksam. Digitale Versionen zu zeigen ist für den Anfang ganz okay, aber wenn die Leute sehen das sich der MOC auch bauen lässt, kann ein Kreislauf entstehen, der dann gar nicht mehr endet. Vielleicht bin ich da etwas altmodisch, aber ich muss auch jeden MOC mindestens einmal aufgebaut haben.

Sven: An dieser Stelle möchte ich mich bei Dir für Deine Zeit bedanken und hoffe das es weiter so gut für Dich läuft.

René: Ich habe zu danken und möchte allen noch mal mitgeben, dass die Geschichte nur weiter geht wenn die Leute meinen MOC kaufen und mir damit zeigen, dass ich die restlichen Module designen soll.

Anmerkung zum Interview

Hier geht es zum Shop von MunichBricks und der von René erwähnten Geschichte  zu seinem super coolen MOC. Mit unserem Code Noppenhelden erhaltet ihr bei der Bestellung 5% Rabatt und spart somit nochmal

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